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Arzneimitteldiebstähle in Italien - weitere Informationen

Die Europäische Arzneimittelagentur EMA hat am Dienstag, dem 03. Juni 2014, bekannt gegeben, dass die italienischen Behörden bei ihren Untersuchungen zu gestohlenen Arzneimitteln (Herceptin, Remicade, Alimta) zwei weitere Produkte identifiziert hat, die von den Diebstählen betroffen sind. Es handelt sich um die monoklonalen Antikörper Avastin und MabThera, die ebenfalls illegal von Italien aus vertrieben werden. In ihrer aktuellen Veröffentlichung listet die EMA alle bisher bekannten und vom Diebstahl betroffenen Chargen der genannten Arzneimittel.

BfArM und Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hatten am 16. und 17.04. bereits darüber berichtet, dass sie von den italienischen Behörden über Diebstähle der Arzneimittel Herceptin, Remicade, Alimta und Humatrope informiert worden waren. Die Diebstähle und der illegale Handel mit diesen Arzneimitteln stehen nach Ansicht der italienischen Behörden im Zusammenhang mit der organisierten Arzneimittel-Kriminalität in Italien.

Zur Abstimmung weiterer Maßnahmen für die Patientensicherheit stehen das BfArM und das PEI im engen Austausch mit den in Deutschland für die Überwachung des Arzneimittelverkehrs zuständigen Landesbehörden. BfArM und PEI haben den Landesbehörden im Rahmen eines Bund-Länder-Treffens alle vorliegenden Informationen zur Verfügung gestellt. Bei diesem Treffen haben sich BfArM und PEI mit den Landesbehörden, der Zentralstelle der Länder für Gesundheitsschutz bei Arzneimitteln und Medizinprodukten (ZLG), dem Bundesgesundheitsministerium, dem Bundeskriminalamt und dem Zollkriminalamt über den aktuellen Ermittlungsstand in Italien und die Situation in Deutschland ausgetauscht und beraten. Die Landesbehörden haben im Rahmen ihrer gesetzlichen Zuständigkeiten bereits weitere Maßnahmen zur Sicherheit der Patienten umgesetzt bzw. planen derzeit weitere Überwachungs- und Sicherheitsmaßnahmen. So werden beispielsweise Fläschchen der genannten Arzneimittel, die ursprünglich für den Gebrauch in Italien gekennzeichnet waren und nun im Verdacht stehen, gestohlen worden und möglicherweise in die Versorgungskette eingeschleust worden zu sein, unter Quarantäne gestellt, bis der Nachweis über ihren legalen Ursprung anhand der Lieferkette erbracht wird.

Die hier angegebenen Chargennummern entsprechen der aktuell von der EMA übermittelten Information und werden zeitnah aktualisiert, wenn neue Informationen vorliegen.

Betroffene Chargennummern

Avastin 100mgAvastin 400mgMabThera 100mgMabThera 500mg
B7100B18, B7101B12, B7102B04, B7102B21, B7103B09, B7103B14, B7104B04, B7105B02, B7105B08, H0113B29, H0115B02, H0115B17, H0119B17, H0121B02B7100B13, B7103B08, B7106B07, B7107B07, B7108B01, B7109B11, B7110B11, B7111B06, B7112B05, B7113B02, B7114B04, B7115B04, H0139B09, H0141B08, H0144B06, H0148B12, H0150B03, H0155B04B6092B04, H0101B03, H0110B02, H0111B03, H0115B05, H0121B10, H0122B03, H0122B07, H0125B01, H0125B05, H0128B01, H0136B03, H0138B03H0520B02, H0533B01, H0549B03, H0549B04, H0551B03, H0564B01, H0569B02, H0580B01, H0596B02, H0597B02, H0616B01, H0617B01, H0626B03, H0634B01, H0637B01, H0656B01, H0671B02, H0679B02, H0689B05, H0698b01, H0520B02, H0533B01, N3615B01, N3527B04, N3543B03, N3549B01, N3554B02, N3605B01, N3610B02

Bisher gibt es keine Hinweise auf gesundheitliche Schädigungen durch Arzneimittel der genannten Chargen.

Nach wie vor weisen BfArM und PEI Vertreiber und Anwender wie Großhandel, Apotheken, Krankenhäuser und Ärzte zum Schutz der Patientinnen und Patienten darauf hin, verdächtige Arzneimittel, die aus Italien stammen, vorsorglich auf Manipulationen zu untersuchen und Verdachtsfälle den Behörden zu melden. Hinweise auf Manipulationen können Unstimmigkeiten bei Verpackung bzw. Lieferscheinen sowie erkennbare Manipulationen an Ampullen etc. sein.

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