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Präimplantationsdiagnostik (PID)

Allgemeines

Als Präimplantationsdiagnostik (PID) bezeichnet man die genetische Untersuchung von Zellen eines nach künstlicher Befruchtung gezeugten Embryos in vitro vor seiner Übertragung in die Gebärmutter. Dazu werden dem Embryo zu einem sehr frühen Zeitpunkt einzelne Zellen entnommen, die dann auf das Vorliegen bestimmter Erkrankungen (z. B. Chromosomenstörungen oder durch Genveränderungen verursachte und ererbte genetische Erkrankungen) hin untersucht werden. Nach dem Embryonenschutzgesetz (ESchG) darf die PID nur an pluripotenten Zellen des Embryos durchgeführt werden, das heißt an solchen Zellen, die sich auch bei Vorliegen der dafür erforderlichen weiteren Voraussetzungen nicht mehr zu einem Individuum zu entwickeln vermögen.

Durch das Gesetz zur Regelung der Präimplantationsdiagnostik (PräimpG) vom 21. November 2011 (BGBl. I S. 2228) ist das ESchG geändert worden. Der durch das PräimpG eingefügte § 3a ESchG enthält in Absatz 1 ein ausdrückliches Verbot der PID; in § 3a Absatz 2 ESchG werden in engen Grenzen die Fälle bestimmt, in denen die Durchführung der PID trotz des grundsätzlichen Verbots ausnahmsweise zulässig sein soll. Diese Ausnahmen liegen dann vor, wenn auf Grund der genetischen Disposition der Frau, von der die Eizelle stammt oder des Mannes, von dem die Samenzelle stammt, oder von beiden, für deren Nachkommen das hohe Risiko einer schwer­wiegenden Erbkrankheit besteht oder wenn eine schwerwiegende Schädigung des Embryos, die mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Tot- oder Fehlgeburt führen wird, festgestellt werden soll. Weitere gesetzliche Bedingungen sind die Aufklärung und Beratung der Frau vor Durchführung einer PID sowie die zustimmende Bewertung einer interdisziplinär zusammengesetzten Ethikkommission.

In § 3a Absatz 3 Satz 3 ESchG wird die Bundesregierung ermächtigt, durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates das Nähere zu den verfahrensmäßigen und organisatorischen Voraussetzungen für die zulässige Durchführung einer PID zu bestimmen.

Mit der Verordnung zur Regelung der Präimplantationsdiagnostik (PIDV) vom 21. Februar 2013 (BGBl. I S. 323) ist die Bundesregierung ihrer Verpflichtung nachgekommen. Die PIDV ist am 1. Februar 2014 in Kraft getreten. Darin wird geregelt, dass sowohl die Zulassung von Zentren, in denen die PID durchgeführt werden darf als auch die Einrichtung von Ethikkommissionen für PID durch die Länder zu erfolgen hat. Außerdem wird durch die PIDV eine Zentralstelle beim Paul-Ehrlich-Institut (PEI) eingerichtet, die für die Erfassung und Dokumentation der im Rahmen einer PID durchgeführten Maßnahmen zuständig ist.

Quelle: Bundesministerium für Gesundheit

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