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Potenziale fördern – berufliche Weiterqualifizierung für 14 schwerbehinderte Bachelor-Absolventen

Am Donnerstag, 22. November, fand im Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in Langen die Abschlussveranstaltung von ProBAs, dem Projekt zur Weiterqualifikation schwerbehinderter Bachelor-Absolventen/innen (BAs), statt. Nach drei Jahren intensiver und erfolgreicher Projektarbeit ergab die externe Evaluation, dass das Konzept von ProBAs aufgegangen ist. So haben bereits mehrere Projektteilnehmer eine unbefristete Stelle bei einem anderen Arbeitgeber angenommen oder treten sie demnächst an. Die Absolventen selbst zeigten sich ebenfalls hochzufrieden: ProBAs habe ihnen einen enormen Wissenszuwachs und, im Wege des "training on the job", viele neue Fähigkeiten durch praktische Anwendungen gebracht.

08 / 2012

Auch Arbeitgeber im Projekt bestätigen dessen Erfolg. Sie konnten von den Arbeitsergebnissen der Bachelor-Absolventen profitieren und schätzten das Projekt als ein mögliches Instrument ein, dem Fachkräftemangel zu begegnen. Die Erkenntnis, dass behinderte qualifizierte Menschen einen gleichwertigen Beitrag leisten können, wenn sie passende Rahmenbedingungen vorfinden, ist zwar nicht neu, konnte aber durch das Projekt bestätigt und zur Nachahmung an andere Arbeitgeber weitergegeben werden.

So sind sich die Projektkoordinatoren in ihrem Fazit einig: Mit dem ProBAs-Projekt ist es gelungen, die relevanten Zielgruppen zu erreichen und auch über die Fachöffentlichkeit hinaus zu informieren. Dies geschah durch Initiierung von und Teilnahme an rund 50 internen und externen Veranstaltungen, durch die Teilnahme an Fachtagungen und Messen und durch Presseveröffentlichungen. Ein großer Erfolg ist die Tatsache, dass das ProBAs-Projekt im "Nationalen Aktionsplan zur Umsetzung des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen" der Bundesregierung aufgeführt wird. "Wir haben im Rahmen des Projektes aktuelle gesellschaftliche Prozesse aufgegriffen und die besondere Situation einer wenig beachteten Gruppe in die Öffentlichkeit gebracht. So haben wir das Ziel erreicht, arbeitsmarkt- und hochschulpolitische Signale zu setzen", zieht der Präsident des PEI, Prof. Klaus Cichutek, Bilanz.

ProBAs-Abschlussveranstaltung: Blick in den Hörsaal des PEIProBAs-Abschlussveranstaltung im Hörsaal des Paul-Ehrlich-Instituts Quelle: PEI

Mit der Möglichkeit, sich sowohl im wissenschaftlichen als auch im administrativen Bereich weiter zu qualifizieren, bot ProBAs eine wichtige Voraussetzung für behinderte Menschen, um später eine adäquate Tätigkeit auszuüben, zu der üblicherweise ein Masterstudiengang den Zugang bieten würde. "Viele Träger von Sozialleistungen werten bereits den Bachelor-Abschluss als berufsqualifizierenden Abschluss", erklärt Annetraud Grote, Schwerbehindertenvertrauensfrau des PEI und Projektleiterin. "Daher ist es für behinderte Menschen oft ungleich schwerer, die Förderung des behinderungsbedingten Mehrbedarfs (wie beispielsweise Assistenzleistungen) für den zweiten Teil ihrer Ausbildung, das 'Master-Studium', zu erhalten", so Grote weiter.

Allein das PEI hat in den Jahren 2010 und 2011 sieben Positionen für jeweils drei Jahre geschaffen, die über das gesamte Institut angesiedelt sind. So arbeiten die BAs beispielsweise im Innovationsbüro des PEI, im Haushalts- und Gebührenreferat, beim Forschungsbeauftragten und in verschiedenen Fachgebieten, die regulatorisch oder in der Forschung aktiv sind. Projektpartner wie das Zentrum für sehbehinderte und blinde Studierende (BliZ) der TH Mittelhessen, das Robert Koch-Institut und das Dortmunder Zentrum Behinderung und Studium (DoBuS), einer zentralen Einrichtung der Technischen Universität Dortmund, richteten sieben weitere Positionen ein. Nicht zuletzt haben weitere Partner aus der Wirtschaft sowie die Informations- und Beratungsstelle Studium und Behinderung (IBS) des Deutschen Studentenwerks und ein Selbsthilfeverband das Projekt nachhaltig unterstützt.

Klaus Posselt, der Leiter des Personalreferats am PEI und Mitinitiator von ProBAs, fasst das Ergebnis von drei Jahren ProBAs zusammen: "Es ist uns nicht nur gelungen, die Projektteilnehmer zu qualifizieren und teilweise bereits in Arbeitsverhältnisse zu vermitteln. Vor allem haben wir das erklärte Ziel von ProBAs erreicht, Arbeitgeber und Vertreter aus Öffentlichkeit und Politik für die Beschäftigung schwerbehinderter Bachelor-Absolventen/-innen zu sensibilisieren."

Pressekontakt:
Paul-Ehrlich-Institut
Pressestelle
Dr. Susanne Stöcker, Dr. Corinna Volz-Zang, Brigitte Morgenroth
Paul-Ehrlich-Straße 51-59
63225 Langen
GERMANY
Telefon: +49 6103 77 1030
Telefax: +49 6103 77 1262
E-Mail: Presse@pei.de

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