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Einheitlicher Blut- und Plasma­spender­frage­bogen verfügbar

Seit dem 22.01.2015 bietet das Paul-Ehrlich-Institut einen einheitlichen Blut- und Plasmaspenderfragebogen als ausfüllbares pdf-Dokument an. Dieser einheitliche Fragebogen berücksichtigt sozialwissenschaftliche Erkenntnisse der Frage­bogen­gestaltung ebenso wie die spezifischen Bedürfnisse der Spender­situation und der Situation in den Spende­einrichtungen.

Er wurde vom Arbeitskreis Blut mit Vertretern der Deutschen Gesellschaft für Transfusions­medizin und Immunhämatologie und dem Berufsverband der Deutschen Transfusionsmediziner entwickelt.

Verwendung des Fragebogens in den Blutspendeeinrichtungen

Der Blut- und Plasmaspenderfragebogen ist Bestandteil der Zulassungsunterlagen. Blutspendeeinrichtungen, die die Nutzung des einheitlichen Blut- und Plasma­spender­frage­bogens bereits angezeigt haben, können ohne neue Änderungsanzeige die hier angebotene Version 2 übernehmen.

Blutspendeeinrichtungen, die den einheitlichen Blut- und Plasmaspenderfragebogen erstmalig nutzen, zeigen dieses zu ihren Arzneimitteln bzw. zur Spenden­stamm­dokumentation an mit der Erklärung, alle künftigen Änderungen nachzuverfolgen und innerhalb einer angemessenen Zeit umzusetzen.

Einheitlichen Blut- und Plasmaspenderfragebogen herunterladen

Entwicklung des Fragebogens

Die Entwicklung des Fragebogens begann bereits 2004. Bisher ist es jeder Blutspendeeinrichtung überlassen, die Spenderauswahlkriterien aus den Hämotherapie-Richt­linien selbst in entsprechende Fragen für den Spender­frage­bogen zu übersetzen. Die juristisch korrekte Um­setzung wurde für die Zulassungen jeder einzelnen Ein­richtung geprüft. Die Wirksamkeit dieser Fragebögen für die Erkennung unge­eigneter Spender lässt sich nur unter Praxis­bedingungen überprüfen. Zu diesem Zweck wurde in einer Untergruppe des AK Blut ein neuer einheitlicher Fragebogen entwickelt (Version 1), der sozialwissen­schaftliche Erkennt­nisse der Fragebogengestaltung ebenso wie die spezi­fischen Bedürfnisse der Spender­situation und der Situation in den Spendeeinrichtungen berücksichtigt. In einer Multicenter­studie (2006-2007) wurde dieser Frage­bogen an mehreren tausend Neuspendern erfolgreich erprobt. Im Ergebnis waren Spenderakzeptanz und Praxistauglichkeit sehr hoch. Darüber hinaus wurden akute Erkrankungen und Risikospender signifikant besser erkannt als mit den bisher üblichen Fragebögen.

Der Arbeitskreis Blut hat dann am 07.06.2010 in seinem Votum 41 empfohlen, einen bundeseinheitlichen Spenderfragebogen einzuführen.

Aus Expertenkreisen wurde allerdings die Befürchtung geäußert, dass die in der Version der Multicenterstudie neu eingeführte, direkte Adressierung von sexuellem Risikoverhalten zu unvertretbar hohen Spenderverlusten führen könne.

Deshalb wurden in einer weiterführenden Feldstudie (2011-2012) im Routine-Blutbank­betrieb Daten zu Spenderrückstellungen erhoben, um vor einer verbindlichen Nutzung die Eignung des Fragebogens hinsichtlich seiner Auswirkungen auf die Blut­versorgung zu prüfen. Ergebnis dieser weiterführenden Feldstudie ist ein im Vergleich zur Version der Multicenterstudie in einigen Punkten überarbeiteter Fragebogen, der nun vor­liegende einheitliche Blut- und Plasmaspenderfragebogen (Version 2).

Die Fragen des einheitlichen Blut- und Plasmaspenderfragebogens erfassen alle in den Hämotherapie-Richtlinien festgelegten Spenderauswahlkriterien. Sie sind thematisch gruppiert. Eine jeder Fragengruppe vorangestellte Erläuterung vermittelt den SpenderInnen, warum diese Fragen gestellt werden.

Fragebogen und Hämotherapierichtlinien

Gemäß den Hämotherapie-Richtlinien der Bundesärztekammer und des Paul-Ehrlich-Instituts ist vor jeder Blut- oder Plasmaspende eine Anamnese durchzuführen. Diese muss geeignet sein, Personen als Spender auszuschließen, deren Spende ein Risiko für sie selbst oder ein Risiko der Übertragung von Krankheiten auf andere beinhalten könnte. Diese Anamnese wird durch einen Fragebogen unterstützt, der von den spende­willigen Personen vor der Spende ausgefüllt wird.

Die Hämotherapie-Richtlinien befinden sich zurzeit in Überarbeitung; mit einer Neu­ausgabe ist voraussichtlich Mitte 2016 zu rechnen. Zudem könnten auch Anordnungen des PEI zu den Spenderauswahlkriterien getroffen werden. Sollten solche Änderungen eine Neuformulierung der Fragen im einheitlichen Blut- und Plasmaspenderfragebogen erforderlich machen, wird der Fragebogen unter Beachtung der bisher angewendeten Kriterien (Offergeld R et al, Hämotherapie 16; 2011:23-27) entsprechend angepasst und eine neue Version angeboten.

Sie finden die jeweils aktuelle Version hier auf den Internetseiten des Paul-Ehrlich-Instituts. Direkten Zugang zu dieser Seite bietet der Kurzlink www.pei.de/spenderfragebogen.

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Abbildung Einheitlicher Blut- und Plasmaspenderfragebogen (Quelle: PEI)

Einheitlicher Blut- und Plasma­spender­frage­bogen

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