Aktualisierte Informationen des Paul-Ehrlich-Instituts zu Alternativen für Kinder-Impfstoffe, die derzeit nicht lieferbar sind - Infanrix Hexa ab 15. Februar wieder lieferfähig
Einige Kinderärzte, auch der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, beklagen einen momentanen Lieferengpass für einige Impfstoffe der Firma GlaxoSmithKline (GSK). Unter anderem handelt es sich um den Sechsfach-Impfstoff Infanrix Hexa und den Vierfach-Lebendvirus-Impfstoff Priorix-Tetra. Infanrix Hexa wird bei Säuglingen und Kindern zur vorbeugenden Immunisierung gegen die Infektionskrankheiten Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Kinderlähmung, Hepatitis B und die vom Bakterium Haemophilus influenzae Typ B hervorgerufenen Krankheiten eingesetzt. Priorix-Tetra ist ein Kombinationsimpfstoff, der bei Säuglingen und Kindern angewendet wird, um den Infektionskrankheiten Masern, Mumps, Röteln und Windpocken (Varizellen) vorzubeugen.
Nach aktuellen Informationen des Unternehmens GSK vom 08. Februar ist der Sechsfach-Impfstoff Infanrix Hexa ab Montag, 15. Februar, wieder lieferfähig. Es handelt sich um rund 200.000 Impfstoff-Dosen, die etwa einem Monatsbedarf des Sechsfachimpfstoffs entsprechen.
Das Paul-Ehrlich-Institut verweist zudem als mögliche Alternative zur Überbrückung des Engpasses auf weitere in Deutschland zugelassene Kombinations- und Einzelimpfstoffe (www.pei.de/impfstoffe).
Gegen Masern, Mumps und Röteln sind die Impfstoffe Priorix des Unternehmens GSK und M-M-RVAXPRO des Unternehmens Sanofi Pasteur MSD verfügbar. Bezüglich der Windpockenkomponente kann der Einzelimpfstoff Varivax des Unternehmens Sanofi Pasteur MSD eingesetzt werden.
Zur Impfung gegen die sechs Krankheiten Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Haemophilus influenza Typ b, Kinderlähmung und Hepatitis B mit möglichst wenigen Einzelimpfungen kann der Impfstoff Pentavac des Unternehmens Sanofi Pasteur MSD in Verbindung mit einem Hepatitis B-Einzelimpfstoff eingesetzt werden.
Für die Zeit der Überbrückung kann zudem eine Priorisierung der Grundimmunisierung gegenüber der Auffrischimpfung erwogen werden. Für den Impfstoff Infanrix Hexa sollte die 1. und 2. Impfung prioritär vor weiteren Teilimpfungen erfolgen. Für die Masern-Mumps-Röteln-Windpocken-(MMRV)-Impfung kann die zweite Impfung zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden.
Eine Darstellung der Gründe für die derzeit bestehenden Lieferprobleme bei Infanrix Hexa und bei Priorix Tetra findet sich u.a. in Berichten der Ärztezeitung und des Berliner Tagesspiegel, die auf Gespräche mit GSK zurückgehen.
Die experimentelle Prüfung des Paul-Ehrlich-Instituts trägt zu dem Lieferengpass nicht bei. Das Paul-Ehrlich-Institut ist als Prüfbehörde maßgeblich in die experimentelle Prüfung von Impfstoffen involviert. Die Prüfungen des Paul-Ehrlich-Instituts werden in der Regel gleichzeitig mit den Prüfungen des Herstellers durchgeführt ('parallel testing'), um zeitliche Verzögerungen der Freigabe von Arzneimittel-Chargen durch die behördliche Prüfung zu verhindern.
Als Zulassungs- und Prüfbehörde hat das Paul-Ehrlich-Institut entscheidenden Einfluss darauf, ob, in welcher Qualität und mit welchem Nutzen-Risiko-Verhältnis Impfstoffe zugelassen werden bzw. in Verkehr gebracht werden dürfen. Welche Impfstoffe von den Herstellern entwickelt, zur Zulassung eingereicht und anschließend in Verkehr gebracht werden, entzieht sich dem Einflussbereich des Paul-Ehrlich-Instituts.

