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Die Versorgung mit Impfstoffen ist gesichert

"Die Bevölkerung in Deutschland ist mit Impfstoffen gut versorgt", so bewertet Prof. Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, die aktuelle Verfügbarkeit von Impfstoffen. "Die Versorgung der Bevölkerung mit Impfstoffen muss selbstverständlich gesichert sein, denn Impflücken können zu einem unzureichenden Immunschutz führen, der mitunter gefährlich sein kann", so Prof. Cichutek. Obwohl es bei einigen Impfstoffen zeitweilig Lieferengpässe gibt, ist die medizinisch erforderliche Versorgung gewährleistet. So können sich Eltern darauf verlassen, dass die Grundimmunisierung von Säuglingen und Kleinkindern möglich ist.

Chargenprüfung von MMR-(Masern, Mumps, Röteln) V-Impfstoffen (Quelle: A.Buck / PEI)

Das Paul-Ehrlich-Institut, Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, informiert sowohl die breite Öffentlichkeit als auch die Fachkreise seit Oktober 2015 auf seiner Homepage zeitnah über Lieferengpässe von Impfstoffen und unterstützt so im Hinblick auf die Versorgungslage den Informationsfluss unter allen Beteiligten.

In der Liste "Lieferengpässe von Human-Impfstoffen" macht das PEI Angaben zum voraussichtlichen Zeitpunkt der Wiederverfügbarkeit des Arzneimittels und führt Alternativimpfstoffe an. Wenn das nicht möglich ist, kontaktiert es die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut mit der Bitte um eine Handlungsempfehlung, die sie dann als Link hinterlegt. Das Paul-Ehrlich-Institut veröffentlicht keine Details, wo die am deutschen Markt verfügbaren Impfstoffe bezogen werden können, denn es verfolgt bisher nicht die lokale Impfstoffverteilung. Es besteht die Möglichkeit, dass in einzelnen Apotheken oder Regionen ein Impfstoff nicht abrufbar ist, aber die Impfstoffe grundsätzlich in Deutschland verfügbar sind.

Alle Zulassungsinhaber von Impfstoffen in Deutschland haben gegenüber dem Paul-Ehrlich-Institut schriftlich eine Verbindlichkeitserklärung abgegeben, dass sie einen Lieferengpass melden, wenn absehbar ist, dass innerhalb von 14 Tagen keine weitere Auslieferung aus ihren Lagern erfolgen kann. Eine solche Meldung bedeutet nicht automatisch einen Versorgungsengpass, da sich zu diesem Zeitpunkt Impfstoffe noch in den Handelsketten befinden. "Die Verbindlichkeitserklärung führte bisher zu einer lückenlosen und zeitnahen Meldung der Impfstoffhersteller über drohende Lieferengpässe, so dass im Vorfeld reagiert werden konnte", sagt die mit dem Thema Lieferengpässe beim Paul-Ehrlich-Institut betraute Abteilungsleiterin, Frau Prof. Isabelle Bekeredjian-Ding.

Die in der Pressemitteilung der Landesärztekammer Hessen vom 22.11.2017 genannten Vierfach-Impfstoffe gegen Diphtherie, Tetanus (Wundstarrkrampf), Pertussis (Keuchhusten) und Polio (Kinderlähmung) waren in den vergangenen Monaten wiederholt von Lieferengpässen betroffen. Davon ging zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Gesundheit der impfwilligen Patienten aus. In der Regel standen alternative Impfstoffprodukte dieser Art zur Verfügung. Die genannten Impfstoffe dienen primär der Auffrischung von Impfungen, die problemlos auch um mehrere Monate verschoben werden kann. Im Fall der Kinderlähmung empfiehlt die STIKO beispielweise seit einigen Jahren nur noch eine Auffrischung nach der Grundimmunisierung (siehe Seite 342 der aktuellen STIKO-Empfehlungen). Die Impfstoffkombination gegen Diphtherie, Tetanus und Pertussis stand immer zur Verfügung. Anders als in der Pressemitteilung kommuniziert, gab es im vergangenen Jahr Engpässe bei Impfstoffen gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken nicht über mehrere Monate, sondern nur einmalig für vier Wochen.

Die Produktion von Impfstoffen ist komplex und zeitaufwändig, auch weil die Arzneimittel zahlreiche Qualitätskontrollen durchlaufen, bevor sie in den Handel gelangen. Dieser Prozess kann von wenigen Monaten bis zu zwei Jahren dauern.

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