Paul-Ehrlich-Institut

For­schungs­grup­pe der Ab­tei­lung All­er­go­lo­gie

Dahlienpolle (K.Boller/Paul-Ehrlich-Institut)

Forschungsteam

Prof. Dr. Vera Mahler (Abteilungsleiterin Allergologie)
Dr. Detlef Bartel (Fachgebietsleiter Chargenprüfung und Allergenanalytik)
Priv.-Doz. Dr. Thomas Holzhauser (Fachgebietsleiter Rekombinante Allergen-Therapeutika)
Dr. Susanne Kaul (Fachgebietsleiterin Klinische Allergologie)
Dr. Frank Führer
Dr. Kathrin Paulus
Dr. Andreas Reuter
Dr. Thomas Schulenborg
Dr. Jelena Spiric
Dr. Lothar Vogel
Dr. Julia Zimmer

Technische Assistenz

Sascha Döring
Anna Maria Engin
Ellen Grosser
Ann-Christine Junker
Kornelia Kleiner
Stefanie Randow
Daniel Strecker
Elke Völker

Forschungsschwerpunkt

Die Forschung der Abteilung Allergologie widmet sich der Untersuchung von Faktoren im Zusammenspiel von Allergen und Organismus, die zur klinischen Manifestation und Relevanz der allergischen Sensibilisierung beitragen. Dies bietet Ansätze zur Modulation der Immunantwort, zur besseren Diagnose und Therapie allergischer Erkrankungen.

Allergien sind eine unzureichende Immunantwort gegen normalerweise harmlose Umweltantigene wie Proteine ​​aus Pollen, Tieren oder Lebensmitteln. Im Falle einer IgE-vermittelten Allergie dominiert die Th2-Zellantwort gegenüber einer Th1-Antwort und stimuliert die Synthese von Immunglobulin E (IgE) -Antikörpern. Diese Antikörper binden an hochaffine Rezeptoren auf der Oberfläche von Mastzellen und induzieren nach Vernetzung durch das relevante Allergen die Freisetzung vorgeformter und neu synthetisierter Entzündungsmediatoren, was zu den typischen Symptomen einer Allergie vom Soforttyp führt. Abgesehen von der Behandlung der Symptome, z.B. mit Antihistaminika ist die einzige etablierte Heilmethode die allergenspezifische Immuntherapie (AIT) mit Allergenextrakten. Durch die Verabreichung zunehmender Mengen von Allergenen moduliert diese Behandlungsform die Immunantwort, was zu einer schützenden T-Zell-Antwort führt. Es ist jedoch nicht für alle Allery-Manifestationen AIT verfügbar: z.B. Bei Lebensmittelallergien und Berufsallergien war die AIT aufgrund schwerwiegender Nebenwirkungen, die durch Vollwertextrakte verursacht wurden, schwierig.

Die Entwicklung einer allergischen Erkrankung beruht jedoch nicht nur auf der Wechselwirkung zwischen (i) Exposition (Umwelt) und (ii) Veranlagung (genetischer Hintergrund des Individuums), sondern es beeinflussen mehrere Faktoren die Manifestation der Erkrankung, einschließlich schützender und supprimierender Faktoren: Nicht Jeder Allergenkontakt führt bei einer prädisponierten Person zu einer Sensibilisierung, nicht bei jeder sensibilisierten Person treten klinische Symptome auf. Neben Dosis und Struktur des Allergens können Adjuvantien und der Expositionsweg (inhalativ versus gastrointestinal versus epidermal) für die Manifestation allergischer Erkrankungen sowie für den Expositionszeitpunkt, Klima- und Hormonfaktoren, Mikrobiota und nicht allergene Lebensmittelzutaten von besonderer Bedeutung sein. Der aktuelle Forschungsschwerpunkt liegt auf der systematischen Untersuchung molekularer (allergenspezifischer), individueller (prädisponierender) und pathophysiologischer (patientenspezifischer) Aspekte sowie von Umweltmodulationsfaktoren, die die klinische Relevanz von Sensibilisierungen bei einem Individuum beeinflussen.

Aktuelle Projekte umfassen die Charakterisierung neuer Allergene und Isoformen und ihrer klinischen Reaktionen, die strukturelle und biologische Grundlage der Proteinallergenität, die Untersuchung der Unterschiede in der Epitoperkennung bei allergischen Personen aus Nord- und Südeuropa sowie Unterschiede in der Epitoperkennung bei allergischen Personen mit milden oder systemischen allergischen Reaktionen. Unterschiede in der Allergenerkennung bei stiller versus symptomatischer Sensibilisierung gegenüber Modellallergenquellen, In-vitro-Methoden zur Standardisierung von Allergenpräparaten, Identifizierung und Charakterisierung relevanter Allergene bei epidermaler Sensibilisierung sowie Relevanz spezifischer Allergene für eine erfolgreiche Behandlung mit Allergenimmuntherapie und angewandten kostimulatorischen Faktoren .

Für diese translationalen Forschungsfelder sind gut charakterisierte Patientenkohorten durch die kontinuierliche Zusammenarbeit mit unseren Kooperationspartnern aus akademischen Forschungseinrichtungen sowie nationalen und internationalen akademischen Klinik - und Forschungsnetzwerken (z. B. Deutsche Kontaktdermatitis - Forschungsgruppe (DKG), Abteilungen des Informationsnetzwerks der Bundesrepublik Deutschland) unabdingbar Dermatologie (IVDK), Anaphylaxie-Register (NORA), COST-Aktion TD 1206 Standerm, EuroPrevall-Konsortium).

Forschungsgruppenleitung

Prof. Dr. Vera Mahler
Publikationen
E-Mail: Vera.Mahler@pei.de

Aktualisiert: 02.03.2020