Paul-Ehrlich-Institut

For­schung in der Ab­tei­lung Mi­kro­bio­lo­gie

Staphylococcus pyrogenes (Quelle: K.Boller/Paul-Ehrlich-Institut)

Forschungsteam

Prof. Dr. Isabelle Bekeredjian-Ding (Leiterin der Abteilung Mikrobiologie)
Dr. Karen Huber
Dr. Olga Tichá
Dr. Julia Uebele
Daniela Nascimento
Alexander Pastura
Isabel Rehbach
Natália Tassi
Johannes Weber
Sarah Hallstein
Felix Herrmann
Lukas Moos
Christoph Stein
Dr. Birgit Blissenbach
Alina Hanlon
Alexander Negwer
Manuela Schreiner
Dr. Oleg Krut (Leiter des Fachgebiets Mikrobiologische Sicherheit)
PD Dr. Benjamin Hofner (Leiter des Fachgebiets Biostatistik)
Dr. Volker Öppling (Leiter des Fachgebiets Mikrobiologische Impfstoffe)

Forschungsschwerpunkt

Die Forschung in der Abteilung Mikrobiologie umfasst eine Reihe Themen, die alle im Zusammenhang mit biomedizinischen Arzneimitteln stehen, vom Verständnis der Wirt-zu-Wirt-Antwort bis hin zur Entwicklung der Regulierung von und Behandlung mit biomedizinischen Arzneimitteln. Auf der Grundlage unserer Amtsaufgaben im regulatorischen Bereich befassen wir uns mit der Forschung auf den Gebieten Mikrobiologie, Impfstoffen, Biostatistik und Erarbeitung von Versuchsmodellen.

Weiterführende Informationen stehen für folgende Forschungsschwerpunkte der Abteilung Mikrobiologie zur Verfügung:

  • Entwicklung von Methoden für die Impfstoffprüfung (3R-Projekte)
  • Mikrobiologische Sicherheitsaspekte biomedizinischer Arzneimittel
  • Biostatistik und Modellentwicklung

Frau Prof. Bekeredjian-Ding leitet eine Forschungsgruppe mit langjähriger Erfahrung in der Interaktion des menschlichen Wirtes infektiösen Pathogenen. Unser Schwerpunkt ist die Wechselwirkung zwischen dem Immunsystem des Wirtes und dem mikrobiellen Pathogen. Unser Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Immunpathogenese und der Auflösung der Infektion, wobei wir die Rolle der Immunantwort und deren Anteil an der Infektion, die Autoimmunität sowie die Therapie mit Antiinfektiva und biomedizinischen Arzneimitteln besser verstehen möchten.

Die Wechselwirkung zwischen dem Wirt und dem mikrobiellen Erreger einerseits mit dem körpereigenen Immunsystem andererseits wird durch Mustererkennungs­rezeptoren und spezifischen sowie unspezifischen Aktivierungen von T- und B-Lymphozyten orchestriert. Ein besseres Verständnis dieser Immunmechanismen macht den Weg für innovative Therapien frei, welche eine überschießende Immunstimulierung verhindern und die Auflösung der Infektion und der damit verbundenen Entzündungsmechanismen fördern soll. Wir interessieren uns somit für suppressive Effektormechanismen, wozu auch die Aktivierung von regulatorischen T-Zellen, IL-10-sekretierenden B-Zellen und suppressiven Myeloidzellen gehört.

Als Modellpathogen verwenden wir seit Langem Staphylococcus aureus. Dabei handelt es sich um einen vielseitigen Erreger mit einer hohen genetischen Variabilität und ein Modell für einen Immunregulator. Die Schwere der Erkrankung und die Variabilität der Krankheitsmanifestierung spiegelt diese Mechanismen- und Virulenzfaktorvielfalt wider, die bei der Täuschung und Irreleitung der Antwort des Wirtes eine Rolle spielt.

S. aureus ist insbesondere ein Erreger, der auf der Haut und den Schleimhäuten Kolonien bildet und zu unvorhersehbaren Zeitpunkten Infektionen verursacht, wenn Veränderungen des Immunstatus oder der Mikrobiotika dies zulassen. Dies gilt ebenso für eine Vielzahl anderer Erreger, die ebenfalls auf der Oberfläche der menschlichen Schleimhäute Kolonien bilden und ungehindert eine Resistenz gegenüber Antibiotika entwickeln. Wir haben uns daher mehreren Kooperationsprojekten angeschlossen, die es sich zur Aufgabe machen, die Rolle der Immunantwort bei Infektionen mit grammnegativen multiresistenten Erregern besser zu untersuchen. Dabei sind zwei Aspekte von besonderem Interesse:

  1. Die Entwicklung von Impfstoffen gegen nosokomiale bakterielle Erreger scheitert in wiederholten Fällen, und unser Ziel ist es, die Ursachen zu verstehen;
  2. Keine antiinfektive Therapie wirkt effizient ohne die Hilfe des Immunsystems.

Wir haben vor, diese Interaktion näher zu untersuchen, um dann die gewonnenen Erkenntnisse für die Entwicklung neuer Therapiekonzepte ausschöpfen zu können.

Logo Collage COMBINE TIPAT (Quelle: IMI AMR Accelerator / TIPAT)

The IMI AMR Accelerator - COMBINE (Englisch)
TIPAT - Training towards Innovative Personalized Antibiotic Therapy (Englisch)

Forschungsgruppenleitung

Prof. Dr. Isabelle Bekeredjian-Ding
Publikationen
Telefon: +49 6103 77 3700
E-Mail: Isabelle.Bekeredjian-Ding@pei.de

Aktualisiert: 24.11.2020