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Gute Noten, Lob und zukunftsweisende Vorschläge vom Wissenschaftsrat für das Paul-Ehrlich-Institut

8 / 2000

Der Wissenschaftsrat hat in seiner am Freitag, dem 07.07.2000, verabschiedeten Stellungnahme das Paul-Ehrlich-Institut in Langen bei Frankfurt (PEI) als leistungsfähiges Forschungsinstitut beurteilt. Das Institut erhielt durchweg gute bis sehr gute Noten. Der Wissenschaftsrat betonte, dass das Institut in den letzten Jahren nicht nur deutlich an Profil gewonnen habe, sondern auf seinem Aufgabengebiet im nationalen und internationalen Bereich eine herausgehobene Position einnehme.

Die Aufgaben des Paul-Ehrlich-Instituts umfassen die Zulassung und Chargenprüfung immunbiologischer und hämatologischer Arzneimittel sowie Forschungsaufgaben auf allen von ihm bearbeiteten Gebieten. "Wir freuen uns über die positive Beurteilung des Wissenschaftsrates und fühlen uns in unserer Arbeit und unserem Engagement bestätigt", sagte Prof. Johannes Löwer, derzeitiger Leiter des Paul-Ehrlich-Instituts, nach seiner Rückkehr vom Internationalen AIDS-Kongress in Durban (Südafrika) zu der Veröffentlichung des Berichts. Gleichzeitig sehe das Institut die positive Beurteilung als Ansporn, sich insbesondere im Forschungsbereich noch weiter zu profilieren.

Im Bereich der Allergologie, Medizinischen Biotechnologie und Virologie ist nach Meinung des Wissenschaftsrats die Forschungstätigkeit des PEI international anerkannt. Um sie weiter auszudehnen und im gesamten Institut zu fördern, hat der Wissenschaftsrat Anregungen gegeben, in einigen Bereichen des Instituts Umstrukturierungen vorzunehmen. Er weist in seiner Stellungnahme darauf hin, dass ihm die Doppelfunktion des PEI als Bundesoberbehörde und Wissenschaftseinrichtung bewusst sei und er mit seinen Empfehlungen die positive Entwicklung des Instituts unterstützen möchte.

Als ein Beispiel für die vorbildliche Verbindung von Prüfung und Forschung im Paul-Ehrlich-Institut kann die 1995 neu aufgebaute Abteilung Hämatologie und Transfusionsmedizin angeführt werden. Die Ergebnisse der Arbeit dieser Abteilung, die auch in Kooperation mit anderen Arbeitsgruppen des PEIs erzielt werden, stehen unter dem Stichwort 'Sicherheit von Blutprodukten' besonders häufig im öffentlichen Interesse. Der Wissenschaftsrat attestiert der Abteilung eine stetig steigende Qualität der Aufgabenerfüllung, starkes Engagement im Dialog mit der pharmazeutischen Industrie und hohe Kompetenz in der prüfungsbegleitenden Forschung. Der Wissenschaftsrat weist ausdrücklich darauf hin, dass auch ein klinisch orientiertes Forschungsprojekt von erheblicher Bedeutung durchgeführt wird.

Nach Ansicht des Wissenschaftsrates trägt die experimentelle Forschung am Paul-Ehrlich-Institut zur überzeugenden Kompetenz dieser Arzneimittelbehörde bei. Daher regt er an, insbesondere den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern. Außerdem sollen die bereits vorhandenen wissenschaftlichen Kontakte und Kooperationen mit umliegenden Universitäten und Forschungsinstituten intensiviert und ausgedehnt werden. Er schlägt zudem vor, dass dem Institut ein größerer Teil seiner Einnahmen aus Zulassungs- und Prüfaufträgen zur Finanzierung wissenschaftlichen Personals und zur Einrichtung eines Forschungspools zur Verfügung gestellt wird. Gleichzeitig empfiehlt der Wissenschaftsrat, dem PEI im Rahmen eines Globalhaushalts eine stärkere Unabhängigkeit und Flexibilität im Haushaltsvollzug zu ermöglichen, so wie er es bereits für das Robert Koch-Institut und das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin gefordert hatte.

Im Bereich der Prüfungsaufgaben empfiehlt der Wissenschaftsrat unter anderem, die Zuständigkeit für alle gentherapeutischen Arzneimittel am Paul-Ehrlich-Institut zu konzentrieren. Schon jetzt sei das Institut im nationalen und europäischen Bereich als führender Ansprechpartner in Fragen der Gentherapie etabliert.

Als besonders überzeugend hat der Wissenschaftsrat das große Engagement und das hohe Verantwortungsbewusstsein der Mitarbeiter des Paul-Ehrlich-Instituts hervorgehoben. Deren Einsatz auf allen Ebenen habe entscheidend zum wachsenden Erfolg beigetragen. Dies ist nach Meinung des Wissenschaftsrates umso bemerkenswerter, als aus der Doppelfunktion von Prof. Reinhard Kurth, der bis Oktober 1999, als er ganz nach Berlin wechselte, über drei Jahre neben dem Paul-Ehrlich-Institut auch das Robert Koch-Institut geleitetet hat, für alle Beteiligten eine erhebliche Belastung erwachsen war. "Zusammen mit dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) werden wir die Anregungen des Wissenschaftsrates zur weiteren Leistungssteigerung diskutieren und gegebenenfalls zügig umsetzen", so Löwer. Die vom Wissenschaftsrat empfohlene Einführung der Kosten-Leistungsrechnung wurde im Paul-Ehrlich-Institut als Pilotprojekt für den gesamten Geschäftsbereich bereits vor einem Jahr initiiert.

Der Wissenschaftsrat berät die Bundesregierung und die Regierungen der Länder in Fragen der inhaltlichen und strukturellen Entwicklung der Hochschulen, der Wissenschaft und der Forschung sowie des Hochschulbaus.

Pressekontakt:
Paul-Ehrlich-Institut
Pressestelle
Dr. Susanne Stöcker, Dörte Ruhaltinger
Paul-Ehrlich-Straße 51-59
63225 Langen
GERMANY
Telefon: +49 6103 77 1030
Telefax: +49 6103 77 1262
E-Mail: Presse@pei.de

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