Paul-Ehrlich-Institut

T2EVOL­VE: Al­li­anz für schnel­le Fort­schrit­te der Kreb­sim­mun­the­ra­pie

T2EVOLVE ist eine Allianz führender akademischer und industrieller Akteure in der Krebsimmuntherapie, die im Januar 2021 im Rahmen der Innovative Medicines Initiative (IMI) der Europäischen Union formiert wurde. Das Ziel von T2EVOLVE ist es, die Entwicklung und den Zugang von Krebspatientinnen und Krebspatienten zur Immuntherapie mit reprogrammierten Immunzellen zu beschleunigen. Bei der Reprogrammierung kommen gentechnisch veränderte T-Zell-Rezeptoren (TCR) und chimäre Antigenrezeptoren (CAR) zum Einsatz.

Eine Tumorzelle (links: blau gefärbter Zellkern, grün gefärbte Zelloberfläche) wird von einer umprogrammierten Immunzelle (rechts: gelb gefärbter synthetischer chimärer Antigenrezeptor, CAR) bekämpft. Eine Tumorzelle (links: blau gefärbter Zellkern, grün gefärbte Zelloberfläche) wird von einer umprogrammierten Immunzelle (rechts: gelb gefärbter synthetischer chimärer Antigenrezeptor, CAR) bekämpft. Quelle: Universitätsklinikum Würzburg

Bei der auf gentechnischen Verfahren basierenden T-Zell-Therapie handelt es sich um eine innovative Behandlungsmöglichkeit bei Krebserkrankungen, bei der die Immunzellen einer Patientin bzw. eines Patienten so umprogrammiert werden, dass sie Krebszellen suchen und zerstören. Ein bekanntes Beispiel sind die bereits für Leukämiebehandlungen in der EU zugelassenen CAR-T-Zelltherapeutika. Solche Therapien haben das Potenzial, in Zukunft auch gegen andere Krebsarten sowie für Infektions- und Autoimmunkrankheiten erfolgreich entwickelt zu werden.

Für jede Krebsart muss die T-Zell-Behandlung jedoch im Forschungslabor angepasst werden und nach GMP-gerechter Herstellung die erforderlichen nichtklinischen und klinischen Entwicklungsschritte durchlaufen. Die Innovations-Pipeline der Forschungsgruppen in Europa ist gefüllt mit solchen neuartigen T-Zell-Konzepten, doch die Umsetzung der Arzneimittelkonzepte in klinische Prüfungen (Translation) und die konkrete Produktentwicklung bis zu Zulassung und Markteinführung sind zeit- und ressourcenaufwendig. T2EVOLVE soll dazu beitragen, die dazu notwendigen Prozesse zu beschleunigen.

Das Paul-Ehrlich-Institut beteiligt sich am EU-Projekt T2EVOLVE im Bereich der Erforschung von Konzepten im Labor und Tiermodell sowie an der Entwicklung geeigneter Werkzeuge (Tools) zur Ermittlung und Bewertung der der Therapeutika, die auf genetisch modifizierten T-Zellen beruhen. Als Bundesinstitut, das für die Prüfung von Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit von biomedizinischen Arzneimitteln in Deutschland und Europa zuständig ist, liefert das Paul-Ehrlich-Institut zudem wertvolle regulatorische Unterstützung für eine zielgerichtete Entwicklung. Die Aktivitäten des Paul-Ehrlich-Instituts werden von PD Dr. Zoltan Ivics, Prof. Dr. Christian Buchholz und PD Dr. Matthias Renner, Wissenschaftler der Abteilung für Medizinische Biotechnologie des Paul-Ehrlich-Instituts geleitet.

Aktualisiert: 08.02.2021