Jahrestreffen im Paul-Ehrlich-Institut: Impfstoff-Lieferengpässen wirksam begegnen
Am 27.01.2026 fand das jährliche Treffen zwischen den Expertinnen und Experten des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG), des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), des Robert Koch-Instituts und Vertreterinnen und Vertretern von Arzneimittelfirmen und -verbänden sowie des Bundesverbands des pharmazeutischen Großhandels (PHAGRO) und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) statt. Beim diesjährigen Treffen standen neben dem Rückblick auf die Impfstoff-Lieferengpasssituation im Jahr 2025 auch die Influenza-Impfstoffversorgung in der aktuellen Saison 2025/2026 im Mittelpunkt.
Quelle: Paul-Ehrlich-Institut
Zum Auftakt des Treffens gab das Lieferengpassmanagement-Team des Paul-Ehrlich-Instituts einen Überblick über die Statistiken und das Meldeverhalten bei Impfstoff-Lieferengpässen aus dem vergangenen Jahr. Im Jahr 2025 gab es insgesamt zehn Lieferengpässe bei Humanimpfstoffen. Die Lieferengpässe für Impfstoffe sind also seit 2023 weiter rückläufig. Auch die mittlere Dauer von bestehenden Lieferengpässen hat sich weiter verringert: So dauerte im Durchschnitt ein Lieferengpass im Jahr 2024 noch 72 Tage und im Jahr 2025 45 Tage. Eine Lieferengpassmeldung des pharmazeutischen Unternehmens ist erforderlich, wenn dieses voraussichtlich über einen Zeitraum von zwei Wochen hinaus den im üblichen Umfang anfallenden Auslieferungen nicht nachkommen kann oder eine deutlich erhöhte Nachfrage besteht, die es nicht angemessen decken kann. Auch medizinische Fachkräfte, Apotheken und Privatpersonen können über ein Online-Meldeformular beim Paul-Ehrlich-Institut melden, dass bestimmte Impfstoffe für sie nicht verfügbar sind. Insgesamt 16 Meldungen sind über dieses sogenannte Verbrauchermeldeformular im Jahr 2025 beim Paul-Ehrlich-Institut eingegangen.
Influenza-Impfstoffversorgung: aktuelle Situation
Für die Influenza-Saison 2025/2026 hat das Paul-Ehrlich-Institut rund 19,3 Mio. Impfstoffdosen freigegeben. Dem Paul-Ehrlich-Institut liegen bisher keine bestätigten Hinweise auf eine flächendeckende Knappheit von Impfstoffen in der laufenden Influenza-Saison vor. Aufgrund der im Vergleich zur letzten Saison etwas geringeren Vorbestellungszahlen und der daraus resultierenden niedrigeren Produktionsmengen, die die Impfstoffhersteller für den deutschen Markt eingeplant haben, sind bereits vergleichsweise früh außerordentlich viele Abverkaufsmeldungen der Hersteller beim Paul-Ehrlich-Institut eingegangen. Solch eine Abverkaufsmeldung bedeutet, dass der Hersteller die aufgrund der Vorbestellungen produzierten Impfstoffmengen, inklusive der einkalkulierten Reserve, in den Markt abgegeben hat. Um der weiteren Nachfrage in der Saison 2025/2026 nachzukommen und einem flächendeckenden Mangel vorzubeugen, hat das Paul-Ehrlich-Institut einem Zulassungsinhaber in Ausnahme gemäß § 10 (1a) und § 11 (1c) Arzneimittelgesetz (AMG) gestattet, bis zum 30.04.2026 den Influenza-Impfstoff Efluelda in italienischer Kennzeichnung in Deutschland in Verkehr zu bringen.
Impfstoff-Lieferengpässe managen
Seit 2015 gibt es ein etabliertes System, Lieferengpässe von Humanimpfstoffen beim Paul-Ehrlich-Institut zu melden. Es hilft effizient dabei, die Versorgung mit Impfstoffen zu monitoren und mögliche Lieferengpässe zu managen. Ein regelmäßiger Austausch mit relevanten Stakeholdern hilft dabei, Lieferengpässe abzumildern und z. B. zeitnah alternative Impfoptionen aufzuzeigen. Bei den jährlichen Treffen aller am Impfstoff-Lieferengpassmanagement beteiligten Akteurinnen und Akteure im Paul-Ehrlich-Institut wird das bisher Erreichte bewertet, um das System weiter zu optimieren.