Welttag der vernachlässigten Tropenkrankheiten: Paul-Ehrlich-Institut engagiert sich mit Forschung und Regulation für globale Gesundheit
Zum Welttag der vernachlässigten Tropenkrankheiten am 30.01.2026 macht das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, auf die anhaltende Bedeutung dieser Erkrankungen für die globale Gesundheit aufmerksam. Mehr als eine Milliarde Menschen weltweit sind von vernachlässigten Tropenkrankheiten (Neglected Tropical Diseases, NTDs) betroffen – vor allem in ärmeren Regionen in tropischen Gebieten. Die Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization, WHO) zählt 21 Infektionskrankheiten und Schlangenbissverletzungen, darunter Dengue-Fieber, Tollwut, Chikungunya-Fieber oder Leishmaniose, zu den vernachlässigten Tropenkrankheiten. Forschung zur Entwicklung neuer Therapie- und Präventionsansätze sowie sichere und innovative Arzneimittel, deren Qualität, Wirksamkeit und Sicherheit verlässlich bewertet und überwacht werden, sind entscheidend, um vernachlässigte Tropenkrankheiten wirksam einzudämmen.
Quelle: James Gathany/CDC
Wissenschaftliche Forschung am Paul-Ehrlich-Institut zu Infektionskrankheiten
Die Forschung des Paul-Ehrlich-Instituts ergänzt seine regulatorischen Aufgaben und sichert die wissenschaftliche Expertise für die Bewertung innovativer Arzneimittel. Das Paul-Ehrlich-Institut untersucht z. B. in verschiedenen Forschungsprojekten immunologische Mechanismen bei Infektionskrankheiten. Ziel ist es, neue Ansatzpunkte für Therapien und Impfstoffe zu identifizieren und Infektionsstrategien von Krankheitserregern besser zu verstehen, etwa bei parasitären Erkrankungen wie der Leishmaniose. Solche Erkenntnisse können dazu beitragen, künftig neue Therapieansätze zu ermöglichen, indem sie gezielt in die Mechanismen der Erregerausbreitung eingreifen, und spielen daher auch für die Bekämpfung von vernachlässigten Tropenkrankheiten eine wichtige Rolle.
Europäische und internationale Zusammenarbeit in der Arzneimittelregulation
Quelle: T.Jansen/Paul-Ehrlich-Institut
Die Bekämpfung vernachlässigter Tropenkrankheiten erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen der Wissenschaft, die innovative Lösungen entwickelt, Regulierungsbehörden wie dem Paul-Ehrlich-Institut, die deren Sicherheit und Wirksamkeit bewerten, und der Politik, die notwendige Rahmenbedingungen schafft von der Finanzierung bis zur globalen Verteilung.
Prof. (apl.) Dr. Stefan Vieths (Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts)
Auf europäischer Ebene unterstützt die Europäische Arzneimittelagentur (European Medicines Agency, EMA) mit regulatorischen Verfahren wie EU-M4all die wissenschaftliche Bewertung von Arzneimitteln, die vor allem für den Einsatz außerhalb der Europäischen Union bestimmt sind. Auch neue Impfstoffe, etwa gegen das Chikungunya-Virus, wurden in den vergangenen Jahren in der EU zugelassen und erweitern die Möglichkeiten der Prävention. Das Paul-Ehrlich-Institut bringt seine Expertise aktiv in diese europäischen Prozesse ein und trägt damit dazu bei, dass sichere und wirksame biomedizinische Arzneimittel weltweit verfügbar gemacht werden können.