Weltkrebstag – Paul-Ehrlich-Institut engagiert sich für sichere, innovative Krebstherapien und -prävention
Am 04.02.2026 findet zum 26. Mal der Weltkrebstag statt. Das Motto der Internationalen Vereinigung gegen Krebs (Union internationale contre le cancer, UICC) lautet "Gemeinsam einzigartig" ("United by Unique") und macht deutlich, dass Krebserkrankungen sehr unterschiedlich verlaufen und zunehmend individualisierte Therapien erfordern. In Deutschland erkranken jedes Jahr mehr als eine halbe Million Menschen neu an Krebs. Zum Weltkrebstag macht das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, auf die zentrale Bedeutung von Forschung, Regulation und internationaler Zusammenarbeit im Kampf gegen Tumorerkrankungen aufmerksam, um innovative Krebstherapien und präventive Impfstoffe sicher und verlässlich für Patientinnen und Patienten verfügbar zu machen.
Illustration CAR-T-Zelltherapie.
Quelle: Alioui Mohammed Elamine7/Shutterstock
Als Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel leistet das Paul-Ehrlich-Institut einen wichtigen Beitrag bei der Entwicklung und sicheren Anwendung moderner Krebstherapien sowie präventiver Impfstoffe. Das Institut bewertet biomedizinische onkologische Arzneimittel und Impfstoffe, begleitet klinische Prüfungen und überwacht ihre Sicherheit auch nach der Zulassung kontinuierlich.
Impfstoffe gegen Krebs: Etablierte Prävention und neue therapeutische Ansätze in der Entwicklung
Impfstoffe leisten einen wichtigen Beitrag zur Krebsbekämpfung, insbesondere im Bereich Prävention. Präventive Impfstoffe, etwa gegen krebsauslösende Viren wie humane Papillomviren (HPV), können das Entstehen bestimmter Tumorerkrankungen wirksam verhindern und schützen viele Menschen frühzeitig. Therapeutische Tumor-Impfstoffe mit dem impfstofftypischen Wirkmechanismus einer aktiven Immunisierung zur Erzeugung von spezifischen Abwehr- und Schutzstoffen gegen Tumore, befinden sich derzeit noch in der Erforschung und sind bisher nicht zugelassen. Dazu gehören zum Beispiel mRNA-basierte Impfstoffe, die dem Körper genetische Bauanleitungen für tumorassoziierte Antigene liefern, um eine gezielte Immunantwort gegen Krebszellen auszulösen. Ebenfalls erforscht werden personalisierte Neoantigen-Impfstoffe, die individuell auf Patientinnen und Patienten zugeschnitten sind und auf spezifischen Veränderungen (Neoantigenen) beruhen, die ausschließlich in den Tumorzellen einer Person vorkommen. Das Paul-Ehrlich-Institut begleitet diese Entwicklungen als zuständige Bundesbehörde wissenschaftlich und regulatorisch.
Moderne biomedizinische Arzneimittel in der Krebstherapie
Neben etablierten Therapieverfahren wie chirurgischer Tumorentfernung, Bestrahlung und Chemotherapie kommen bereits zugelassene biomedizinische Arzneimittel zum Einsatz bei der Behandlung von Krebserkrankungen. Dazu zählen unter anderem Immuntherapien, monoklonale Antikörper sowie Zell- und Gentherapien, die das körpereigene Immunsystem gezielt dabei unterstützen, Krebszellen zu erkennen und zu bekämpfen oder individuell auf die Erkrankung zugeschnitten sind. Die eigene Forschung des Paul-Ehrlich-Instituts, z. B. zu CAR-T-Zell-Therapien, bei denen patienteneigene Immunzellen genetisch verändert werden, um Krebszellen gezielt anzugreifen, fließt direkt in die regulatorische Bewertung ein und bildet die wissenschaftliche Grundlage für sichere Entscheidungen bei der Zulassung dieser Arzneimittel.
Aktive Mitarbeit in der Arbeitsgruppe Onkologie: Spezialisierte fachliche Beratung und Harmonisierung in Europa
Auch auf europäischer Ebene engagiert sich das Paul-Ehrlich-Institut aktiv für die Bekämpfung von Tumorerkrankungen und bringt seine Expertise in die Europäische Arzneimittelagentur (European Medicines Agency, EMA) ein, unter anderem in der Arbeitsgruppe Onkologie (Oncology Working Party, ONCWP). Diese Expertengruppe unterstützt die wissenschaftlichen Ausschüsse der EMA, insbesondere den Ausschuss für Humanarzneimittel (Committee for Medicinal Products for Human Use, CHMP), durch spezialisierte fachliche Beratung zu onkologischen Arzneimitteln entlang ihres gesamten Entwicklungs- und Bewertungsprozesses. Dies umfasst beispielsweise die Ausgestaltung klinischer Prüfungen und Nutzen-Risiko-Abwägungen neuer Medikamente. Darüber hinaus wirkt sie an der Erarbeitung und Weiterentwicklung wissenschaftlicher Leitlinien mit und trägt zur Harmonisierung regulatorischer Bewertungsmaßstäbe für Krebsmedikamente in Europa bei.
Angesichts der Entwicklungen in der Krebsforschung bleibt es eine zentrale Aufgabe des Paul-Ehrlich-Instituts den gesamten Arzneimittelentwicklungszyklus wissenschaftlich-regulatorisch aktiv zu begleiten, um Innovation und Sicherheit miteinander zu verbinden.