Paul-Ehrlich-Institut

31.05.2021: In­for­ma­ti­on für Ärz­tin­nen und Ärz­te - SARS-CoV-2 neu­tra­li­sie­ren­de mo­no­klo­na­le An­ti­kör­per

SARS-CoV-2 neutralisierende monoklonale Antikörper binden an Strukturen auf der Virusoberfläche oder blockieren Rezeptoren auf menschlichen Zellen, an die das Virus normalerweise für den Zelleintritt bindet. Durch die Anbindung der monoklonalen Antikörper an diese Strukturen wird der Viruseintritt verhindert.

Seit Februar 2021 stehen durch das Bundesgesundheitsministerium (BMG) beschaffte monoklonale Antikörper zur Verfügung, die zur COVID-19-Therapie in Deutschland eingesetzt werden können. Dabei handelt es sich um den monoklonalen Antikörper Bamlanivimab, der vom US-Pharmaunternehmen Eli Lilly entwickelt wurde, und zum anderen um eine Kombinationstherapie, bestehend aus den beiden Antikörpern Casirivimab/Imdevimab des Schweizer Pharmakonzerns Roche und der US-Firma Regeneron.

Voraussichtlich im Juni 2021 steht mit der ergänzenden Beschaffung von Etesevimab eine weitere Kombinationstherapie mit monoklonalen Antikörpern der Firma Eli Lilly ausschließlich zur Anwendung in Kombination mit Bamlanivimab zur Verfügung.

Aufgrund des Auftretens neuer SARS-CoV-2-Varianten hat die Fachgruppe COVRIIN am Robert Koch-Institut den möglichen Einsatz der zur Verfügung stehenden monoklonalen Antikörper konkretisiert (siehe gemeinsame Stellungnahme). Danach könnte bei immunsupprimierten Patientinnen und Patienten der Einsatz von monoklonalen Antikörpern in Monotherapie möglicherweise nicht zur vollständigen Viruselimination führen und die Entstehung sogenannter Escape-Mutationen fördern. Daher sollte bei dieser Patientengruppe die Kombinationstherapie aus zwei monoklonalen Antikörpern, also entweder Bamlanivimab plus Etesevimab oder Casirivimab/Imdevimab bevorzugt werden.

Bei immunkompetenten Patientinnen und Patienten bleibt dagegen eine Monotherapie mit Bamlanivimab weiterhin grundsätzlich möglich, sofern diese nicht mit einer der SARS-CoV-2-Varianten B.1.135 (südafrikanische Variante) oder P1 (brasilianische Variante) infiziert sind.

Bei unklarer Kenntnis über die der Infektion zugrundeliegende Variante sollte die lokale epidemiologische Lage berücksichtigt werden.

Es wird um Beachtung der Bekanntmachung der Allgemeinverfügung zum Bezug und zur Anwendung der monoklonalen Antikörper Bamlanivimab und Etesevimab bzw. Casirivimab und Imdevimab vom 20. April 2021 gebeten.

Aktualisiert: 31.05.2021