Paul-Ehrlich-Institut

100 Jahre Veterinärinfektiologie am Paul-Ehrlich-Institut: Wissenschaftliches Symposium zum 100-jährigen Bestehen der Abteilung Veterinärmedizin

11 / 2011

Rund 140 Teilnehmer nahmen am heutigen 4. Oktober, dem diesjährigen Welttierschutztag, am wissenschaftlichen Symposium zum 100-jährigen Bestehen der Abteilung Veterinärmedizin des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) teil. Das Datum passt: Nicht nur die rund 370 zugelassenen Impfstoffe für Tiere in der Zuständigkeit des PEI tragen ganz wesentlich zur Tiergesundheit bei. Wie Dr. Manfred Moos, Leiter der Abteilung Veterinärmedizin des PEI, betonte, "ist die Veterinärabteilung seit über zwei Jahrzehnten darüber hinaus mit der Entwicklung von Alternativmethoden zum Tierversuch befasst". Dafür haben Mitarbeiter der Abteilung zahlreiche Preise erhalten, zuletzt den Deutschen Tierschutz-Forschungspreis 2010.

Redner des Symposiums 100 Jahre Veterinärinfektiologie am Paul-Ehrlich-Institut Die Personen sind von links nach rechts: Dr. Hans-Joachim Bätza, Leiter des Referats "Tiergesundheit" beim Bundesministerium für Ernährung , Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), Prof. Dr. Thomas C. Mettenleiter, Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI), Dr. Manfred Moos, Leiter der Abteilung Veterinärmedizin des PEI, Prof. Dr. Klaus Cichutek , Präsident des PEI. Quelle: PEI

Hervorgegangen aus dem Königlichen Institut für Experimentelle Therapie nimmt das PEI heute als moderne Zulassungsbehörde und anerkanntes Forschungsinstitut eine führende Rolle im Netzwerk europäischer Behörden und Prüflaboratorien ein. Seit 100 Jahren werden Impfstoffe und andere immunologische Arzneimittel für Tiere in Deutschland beim PEI "staatlich geprüft". Die enge Zusammenarbeit von Human- und Veterinärmedizin prägen dabei die Arbeit des PEI seit seiner Gründung.

Der Präsident des PEI, Prof. Klaus Cichutek, wies auf die erfolgreiche Arbeit der Abteilung Veterinärmedizin unter Leitung von Herrn Dr. Manfred Moos hin. "Bei der Entwicklung von DNA- und Vektorimpfstoffen ist die Veterinärmedizin – und hier insbesondere die Veterinärinfektiologie – der Humanmedizin voraus", lobte Cichutek die Forschungsleistung in der Veterinärmedizin.

Dr. Hans-Joachim Bätza, Leiter des Referats "Tiergesundheit" beim BMELV (Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz), hatte eine wichtige Neuerung in der Zuständigkeit in der Veterinärmedizin im Gepäck: War bislang das Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI), für Impfstoffe gegen exotische Krankheiten zuständig, fallen ab dem 7. Oktober 2011 zukünftig alle Impfstoffe für Tiere in die Zuständigkeit des PEI.

Prof. Thomas Mettenleiter, Präsident der "Schwesterbehörde" Friedrich-Loeffler-Institut, stellte in einem unterhaltsamen Grußwort Gemeinsamkeiten der "(un)gleichen Schwester"(behörden) vor, gratulierte dem Paul-Ehrlich-Institut zu den 100 Jahren Tierinfektiologie und wünschte "viel Schwein für die nächsten 100 Jahre".

In einer Reihe von Vorträgen ließen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauses die Entwicklung der Tierinfektiologie der letzten 100 Jahre Revue passieren und stellten die aktuelle Arbeit der Abteilung vor. Experten aus dem In- und Ausland präsentierten wichtige neue Erkenntnisse aus den Bereichen Bakteriologie, Virologie, Parasitologie und Immunologie.

Das Symposium ist eingebettet in eine Veranstaltungsreihe aus Anlass des Weltveterinärjahres 2011 (www.vet2011.org). Vor 250 Jahren wurde in Lyon, Frankreich, die erste Lehrstätte der Welt für Tierheilkunde gegründet.

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Aktualisiert: 04.10.2011