Paul-Ehrlich-Institut

Deutschland wird inklusiv – das PEI ist dabei

01 / 2012

Paul-Ehrlich-Institut (PEI) ist Station der Inklusionstour

Inklusion – dieser Begriff wird groß geschrieben im Paul-Ehrlich-Institut in Langen. Gleich in mehrfacher Hinsicht erhält das Institut dafür nun eine Auszeichnung. Auf seiner Inklusionstour durch Deutschland besucht der Bundesbeauftragte für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe, am Mittwoch, dem 15. Februar, das Paul-Ehrlich-Institut. Es ist eine von drei hessischen Institutionen der Tour. Bei der Inklusionsparty am Abend in Wiesbaden überreicht Hüppe dann die Inklusionsurkunde. Diese erhält das Institut für die Durchführung seiner Projekte zur Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen. Mit diesen Projekten stellt das Paul-Ehrlich-Institut sich auf der Inklusionslandkarte vor.

Inklusion bedeutet nach der UN-Behindertenrechtskonvention, dass allen Menschen von Anfang an in allen gesellschaftlichen Bereichen eine selbstbestimmte und gleichberechtigte Teilhabe möglich ist. In Deutschland ist das Übereinkommen seit März 2009 geltendes Recht. Auf dem Weg zu einer inklusiven Gesellschaft sind Integrationsprojekte ein wichtiger Meilenstein.

Hüppe informiert sich gemeinsam mit dem Beauftragten der hessischen Landesregierung für Menschen mit Behinderungen, Staatssekretär Werner Koch, über die Chronologie der Integrationsprojekte am Paul-Ehrlich-Institut sowie das aktuelle ProBAs-Projekt. Von Seiten des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) nehmen der Vizepräsident des Instituts, Prof. Stefan Vieths, und die Leiterin des Projektes ProBAs, Annetraud Grote, sowie zwei Absolventinnen des Projekts, an dem Gespräch teil. ProBAs ist ein Projekt zur Weiterqualifikation für schwerbehinderte Bachelor-Absolventen/-innen.

Gruppenfoto vom Besuch des Bundesbeauftragten für die Belange behinderter Menschen im PEI; von links nach rechts: Hubert Hüppe,Annetraud Grote, Clemens Beraus, Werner Koch, Dr. Christian Schmidt, Klaus Posselt von links nach rechts: Hubert Hüppe, Annetraud Grote, Clemens Beraus, Werner Koch, Dr. Christian Schmidt, Klaus Posselt Quelle: PEI

"Wir empfinden es als großes Kompliment, dass unsere Projekte für schwerbehinderte Menschen zur Inklusion am Arbeitsplatz gewürdigt werden. Die Aufnahme auf die Inklusionslandkarte und der Erhalt der damit verbundenen Inklusionsurkunde ist eine wichtige Auszeichnung für uns", so Prof. Klaus Cichutek, der Präsident des PEI. Eine Station auf der Inklusionstour zu sein bestärke das PEI darin, dass es auf dem richtigen Weg sei, auch anderen zu zeigen: "Vieles ist möglich…".

"Das Paul-Ehrlich-Institut hat mit viel Engagement und unterschiedlichen Projekten gezeigt, wie Menschen mit Behinderungen im allgemeinen Arbeitsmarkt gefördert und eingebunden werden und was sie leisten können. Die Projekte sind zu Recht als gute Beispiele in die Inklusionslandkarte aufgenommen worden. Gerne schaue ich mir die Beispiele vor Ort an", erklärte Hüppe seine Entscheidung, auf der Inklusionstour in dem Bundesinstitut Halt zu machen.

Häufig ist es für schwerbehinderte Menschen schwieriger, auf einem qualifizierten Arbeitsplatz beschäftigt zu werden. Dies gilt insbesondere für den naturwissenschaftlichen Bereich. Dieses Problem hat das PEI erkannt und führt deshalb seit 15 Jahren Integrationsprojekte wie die nationalen Tandem-Projekte, das europäische EQUAL-Projekt "Vieles ist möglich – Tandem Partner in der Wissenschaft" und ProBAs durch.

Der Schwerpunkt dieser Projekte besteht darin, den Zugang zu qualifizierter Arbeit und Ausbildung im naturwissenschaftlichen und administrativen Bereich für Menschen mit Behinderungen zu erleichtern. Außerdem zeigen die Projekte, dass diese Menschen mit entsprechender Qualifikation auf dem ersten Arbeitsmarkt einen wichtigen und insbesondere gleichwertigen Beitrag leisten, wenn sie entsprechend unterstützt werden. Das PEI hat in den vergangenen 15 Jahren vielfältige praktische Erfahrungen mit der Integration von Menschen mit Behinderungen in Wissenschaft und Forschung sammeln können. So konnte die Quote der schwerbehinderten Beschäftigten von ehemals 6,5 Prozent (1996) auf über 20,4 Prozent (Stand: 31. Dezember 2011) gesteigert werden. Der Anteil schwerbehinderter Auszubildender am PEI betrug zum Stichtag 31.12.2011 knapp 22,4 Prozent.

Seit Januar 2010 koordiniert das PEI das neue bundesweite ProBAs-Projekt, eine Initiative zur Integration von schwerbehinderten Bachelorabsolventen/-innen. Es berücksichtigt die allgemeinen Probleme von Bachelorabsolventen/-innen, einen Arbeitsplatz zu finden, sowie die sich zusätzlich ergebenden spezifischen Schwierigkeiten durch ein Handicap. Das PEI konnte sieben Absolventen/-innen für verschiedene Arbeitsbereiche gewinnen. Ziel des Projekts ist es, den Teilnehmer/-innen im PEI und bei den Partnern durch einen strukturierten Erfahrungs- und Wissenszuwachs zukünftig bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu eröffnen. Die Zusammenarbeit mit externen Partnern in einem Netzwerk macht dieses Projekt einmalig. Zu den Partnern zählen u.a. andere Behörden, Universitäten, Unternehmen und Institutionen.

Deutschland wird inklusiv – das PEI ist dabei. Und soll es auch bleiben –Ideen für weitere Inklusionsprojekte entstehen bereits in den Köpfen der Aktiven.

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Aktualisiert: 14.02.2012