Paul-Ehrlich-Institut

Pandemiebereitschaftsverträge für schnelle Verfügbarkeit von Impfstoffen unterzeichnet

07 / 2022

  • Zentrum für Pandemie-Impfstoffe und -Therapeutika (ZEPAI) unterzeichnet Pandemiebereitschaftsverträge mit BioNTech, CureVac/GSK, Wacker/Corden Pharma, Celonic und IDT Biologika
  • Verträge sichern die Bereithaltung von Herstellungskapazitäten und sollen Impfstoffe im Falle des Andauerns der COVID-19-Pandemie oder zukünftigen Pandemien in Deutschland und der EU rasch verfügbar machen

"Die unterzeichneten Pandemiebereitschaftsverträge mit fünf in Deutschland ansässigen pharmazeutischen Unternehmen dienen dazu, im Pandemiefall eine schnelle und ausreichende Impfstoffversorgung sicherzustellen. Auch in der pandemie-freien Zeit wird das ZEPAI gemeinsam mit der Industrie Vorbereitungen für die Pandemiebekämpfung treffen", sagt Prof. Dr. Isabelle Bekeredjian-Ding, Kommissarische Leiterin des ZEPAI.

Mitarbeitende des ZEPAI sowie Vertreterinnen und Vertreter der pharmazeutischen Unternehmen nach der Unterzeichnung der Pandemiebereitschaftsverträge Mitarbeitende des ZEPAI sowie Vertreterinnen und Vertreter der pharmazeutischen Unternehmen nach der Unterzeichnung der Pandemiebereitschaftsverträge. In der Mitte Prof. Isabelle Bekeredjian-Ding, kommissarische Leiterin des ZEPAI, rechts daneben Prof. Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, im Hintergrund MinR Dr. Lars Nickel vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG), rechts Prof. Stefan Vieths, Vizepräsident des Paul-Ehrlich-Instituts. Quelle: B.Morgenroth/Paul-Ehrlich-Institut

Pressemitteilung

Die kommissarische Leitung des Zentrums für Pandemie-Impfstoffe und -Therapeutika (ZEPAI), Frau Prof. Dr. Isabelle Bekeredjian-Ding, unterzeichnete am 03.05.2022 die Pandemiebereitschaftsverträge (PBV) mit fünf in Deutschland ansässigen pharmazeutischen Unternehmen. BioNTech, CureVac/GSK, Wacker/Corden Pharma, Celonic und IDT Biologika verpflichten sich darin, Herstellungskapazitäten für Impfstoffe bereit zu halten. Ziel ist im Falle einer Pandemie dem Bund den Zugriff auf Produktionskapazitäten der Unternehmen zu gewähren und so Vorsorge für den Fall einer erneuten Engpasssituation zu treffen. Die Taskforce Impfstoffproduktion im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) hatte die Pandemiebereitschaftsverträge in den vergangenen Monaten im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) mit den Unternehmen verhandelt. Das Bundeskabinett hat am 18.03.2022 beschlossen, den genannten Unternehmen einen Zuschlag zu den Pandemiebereitschaftsverträgen zu erteilen. Das Management der Verträge geht nun an das ZEPAI über, welches das BMG im Oktober 2021 beim Paul-Ehrlich-Institut errichtet hat.

Pharmaunternehmen halten Produktionskapazitäten für Impfstoffe bereit

Basierend auf aktuellen Herstellungstechnologien sollen im Pandemiefall in kürzester Zeit Produktionskapazitäten für Pandemie-Impfstoffe zur Verfügung stehen. Die Vertragshersteller verpflichten sich, Produktionskapazitäten in einem Bereitschaftszustand vorzuhalten. Im Falle einer akuten Bedarfssituation kann so die Herstellung schnellstmöglich hochgefahren werden. Die Pandemiebereitschaftsverträge enthalten auch Vereinbarungen für die Herstellung und Lieferung von Impfstoffen an den Bund.

Verträge mit in Deutschland ansässigen Herstellern geschlossen

Die Pandemiebereitschaftsverträge wurden mit den in Deutschland ansässigen Herstellern BioNTech, CureVac/GSK, Wacker/Corden Pharma, Celonic und IDT Biologika geschlossen. Es wurden sowohl Unternehmen unter Vertrag genommen, die bereits über einen zugelassenen Impfstoff verfügen, als auch Vertragshersteller. Die Verträge betreffen verschiedene Technologieplattformen, um mit unterschiedlichen, gezielt zu entwickelnden Impfstofftypen auf neue oder neu auftretende Erreger vorbereitet zu sein.

ZEPAI übernimmt Impfstoffbeschaffung und -verteilung im Pandemiefall

Das ZEPAI vertritt die Bundesrepublik Deutschland als Auftraggeber gegenüber den Pharmaunternehmen. Es ist verantwortlich für die Zusammenarbeit mit den Unternehmen und verfolgt den Aufbau der Pandemiebereitschaft. Dabei begleitet das ZEPAI anhand des jeweiligen Pandemiebereitschaftsplanes der Unternehmen die Fortschritte bei der Erreichung der Pandemiebereitschaft. Die Unternehmen haben im Rahmen einer Qualifizierungsphase zwei Jahre Zeit, um alle notwendigen Voraussetzungen für die Pandemiebereitschaft zu erfüllen. Nach Erreichung der vorgegebenen Qualifizierungsbedingungen treten die Unternehmen in die Bereitschaftsphase ein. Das ZEPAI auditiert und prüft die von den Unternehmen erstellten Pandemiebereitschaftspläne.

Im Pandemiefall zählen auch die Beschaffung, die Lieferung und die landesweite Distribution der Pandemie-Impfstoffe und -Therapeutika zu den Aufgaben des ZEPAI. Das ZEPAI wird außerdem mit der European Health Emergency Response Authority (HERA), der EU-Behörde für die Krisenvorsorge und -reaktion bei gesundheitlichen Notlagen, zusammenarbeiten.

Aktualisiert: 03.05.2022