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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Antworten des PEI auf häufige Fragen  (Quelle: PEI)

Darf man sich bei einer Allergie gegen Hühnereiweiß impfen lassen?

Die meisten Impfstoffe, beispielsweise Einzelimpfstoffe gegen Hepatitis A und B sowie Kombinationsimpfstoffe zur Grundimmunisierung von Säuglingen und Kleinkindern (gegen Diphterie, Pertussis, Tetanus, Hepatitis B, Polio, Haemophilus influenzae Typ B), enthalten kein Hühnereiweiß und sind daher unproblematisch für Menschen mit Hühnereiweißallergie.

Impfstoffe gegen MMR (Masern, Mumps, Röteln), MMRV (Masern, Mumps, Röteln, Varizellen (Windpocken)), Gelbfieber, Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) sowie gegen die Virusgrippe (Influenza) können Spuren von Hühnereiweiß enthalten. Bitte wenden Sie sich als Hühnereiweißallergiker an Ihren behandelnden Arzt, der vor einer Impfung eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung für Sie vornimmt und bei einer Impfung Vorsorgemaßnahmen treffen kann (beispielsweise Nachbeobachtung des Geimpften in der ärztlichen Praxis).

Auf den Internetseiten des Robert Koch-Instituts (RKI) finden Sie weitere Informationen zur Frage, was bei der Impfung von Personen mit einer Hühnereiweiß-Allergie zu beachten ist:

RKI: Impfungen bei Vorerkrankungen: Kann bei bestehender Hühnereiweißallergie geimpft werden?

Wo kann ich mich über die Zusammensetzung von Impfstoffen informieren?

Das Paul-Ehrlich-Institut bietet auf seinen Internetseiten viele Informationen zum Thema Impfen an, u.a. eine Liste aller in Deutschland zugelassenen Impfstoffe:

www.pei.de/impfen.

In der jeweils letzten Tabellenspalte bieten wir Links zu den Seiten, auf denen die so genannten Fach- und Gebrauchsinformationen verlinkt sind. Diese enthalten alle Informationen u.a. zu Anwendung, Gegenanzeigen und Zusammensetzung der Impfstoffe.

Was ist der Unterschied zwischen einer Fach- und einer Gebrauchsinformation?

Die Gebrauchsinformation liegt den Arzneimittelpackungen bei und wird auch als Packungsbeilage bezeichnet. Sie enthält die für Patienten wichtigsten Informationen.

Die Fachinformation richtet sich spezifisch an Ärzte und ist ausführlicher. Die Links zu den Fachinformationen finden Sie auf unserer Impfstoff-Liste in der letzten Tabellenspalte unter:

www.pei.de/impfen.

Enthalten Impfstoffe Aluminium?

Kein Impfstoff enthält reines Aluminium, sondern bestimmte Impfstoffe enthalten Aluminiumverbindungen als Wirkverstärker (Adjuvans).

Abgeschwächte Lebendimpfstoffe benötigen keinen Wirkverstärker. Dazu gehören zum Beispiel die Impfstoffe gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken (Varizellen).

Inaktivierte Impfstoffe hingegen, wie zum Beispiel Impfstoffe gegen Keuchhusten, FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis), Meningokokken oder auch Tetanus- und Diphtherie-Impfstoffe, enthalten Aluminiumverbindungen als Wirkverstärker. Dieser ist nötig, weil solche Impfstoffe nur abgetötete Erreger oder Teile davon enthalten, die das Immunsystem ohne Wirkverstärker nicht ausreichend stimulieren. Hier hilft der Wirkverstärker dem Immunsystem, einen wirksamen Immunschutz aufzubauen.

Der Gehalt an Aluminiumverbindungen aller in Deutschland und Europa zugelassenen Impfstoffe liegt deutlich unter dem erlaubten Grenzwert, der im Europäischen Arzneibuch vorgegeben ist.

Jeder Mensch nimmt tagtäglich Aluminium in gebundener Form über die Luft, das Trinkwasser und die Nahrung auf. Die zusätzliche Aufnahme von Aluminiumverbindungen über Impfungen im Leben eines Menschen ist im Vergleich dazu minimal.

Enthalten Impfstoffe Quecksilber?

Heutige in Deutschland zugelassene Impfstoffe sind thiomersalfrei, d.h. frei von Quecksilberverbindungen, und werden als Fertigspritzen geliefert. Eine Ausnahme bilden lediglich pandemische und präpandemische inaktivierte Influenza-Impfstoffe in Mehrdosenbehältnissen. Letztere können Thiomersal, eine organische Quecksilberverbindung, als Konservierungsmittel enthalten.

Weitere Informationen zum Thema Impfen und Thiomersal finden Sie unter:

Sind Quecksilberbestandteile von Impfstoffen schädlich und gefährlich?

Der Impfstoff wurde nicht wie vorgeschrieben gelagert. Kann ich ihn trotzdem benutzen bzw. kann ich damit noch geimpft werden?

Die Qualität, Wirksamkeit und Sicherheit eines Impfstoffes ist nur dann gewährleistet, wenn der Impfstoff vorschriftsmäßig gelagert wurde. Die jeweilige Fach- bzw. Gebrauchsinformation (Packungsbeilage) informiert über die erforderlichen Lagerbedingungen, die durch umfassende Studien belegt sind.

Die Links zu den Fachinformationen finden Sie auf unserer Impfstoff-Liste in der letzten Tabellenspalte unter:

www.pei.de/impfen.

Warum gibt es einen 3-fach- und einen 4-fach-Impfstoff gegen Influenza?

Über viele Jahre waren trivalente (3-fach-) Influenza-Impfstoffe üblich. Sie enthielten Erregerbestandteile (Komponenten) von je zwei Virusstämmen vom Typ A sowie von einem Virusstamm vom Typ B. Seit 2016 gibt es auch tetravalente (quadrivalente oder 4-fach-) Impfstoffe. Sie enthalten zusätzlich einen weiteren Virusstamm vom Typ B. Damit kann ein breiterer Schutz gegen zirkulierende Grippeviren geboten werden.

Ab der Saison 2018/2019 gilt die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) für tetravalente Impfstoffe.

Hintergrund: In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass in der Grippesaison immer häufiger beide Linien des B-Stamms zirkulierten.

Daher empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) für die Stammzusammen­setzung von Influenza-Impfstoffen zwei Stämme vom A-Typ und zwei Stämme vom B-Typ:

Empfehlung der WHO für die Saison 2018/2019.

Warum kann es zu Impfstoffengpässen kommen?

Die Herstellung von Impfstoffen ist komplex und zeitaufwendig. Schon die Herstellung des Influenza-Impfstoffs dauert rund sechs Monate, die Herstellung von Kombinationsimpfstoffen mit fünf oder sechs Komponenten zur Grundimmunisierung von Säuglingen bis zu zwei Jahren.

Impfstoffe sind komplexe biomedizinische Arzneimittel. Sie basieren auf biologischem Ausgangsmaterial. Bis der Impfstoff fertig ist, durchläuft er Hunderte von Qualitätskontrollen. Kommt es zu Problemen bei der Produktion einer Komponente, zum Beispiel wenn Erreger sich nicht wie geplant vermehren oder Qualitätsanforderungen nicht erfüllt werden, kann es sein, dass große Mengen an Impfstoffdosen ausfallen. Dann kann es zu Lieferverzögerungen kommen.

Ich brauche eine Impfung, aber der Impfstoff ist nicht verfügbar. Wie gehe ich vor?

Das Paul-Ehrlich-Institut bietet auf seinen Internetseiten eine Übersicht zu Lieferengpässen von Impfstoffen für den Menschen:

www.pei.de/lieferengpaesse.

Dort können Sie nachlesen, ab wann bestimmte betroffene Impfstoffprodukte voraussichtlich wieder erhältlich sind, ob es Alternativimpfstoffe gibt und – sofern das nicht der Fall ist – wie Sie zu den Handlungshinweisen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) gelangen.

Ich brauche eine Beratung zu einer Impfung. An wen kann ich mich wenden?

Bitte wenden Sie sich für eine medizinische Beratung an Ihren behandelnden Arzt.

Das Paul-Ehrlich-Institut ist keine klinische Einrichtung und kann daher keine individuelle Impfberatung anbieten. Für eine medizinische Beratung sind viele Faktoren von Bedeutung, die nur im persönlichen Kontakt zwischen Arzt und Patient angemessen berücksichtigt werden können.

Ich vermute einen Impfschaden bei mir. Wie gehe ich vor?

Wer einen Impfschaden vermutet, sollte sich in Deutschland an das zuständige Versorgungsamt (im jeweiligen Bundesland) wenden. Versorgungsämter bearbeiten Anträge auf Impfschadensanerkennung. Eine Übersicht der Versorgungsämter finden Sie unter:

Versorgungsämter in Deutschland.

Das Paul-Ehrlich-Institut hat keine Aufgaben im Zusammenhang mit der Impfschadensanerkennung.

Ich habe die Impfung nicht vertragen und heftige Nebenwirkungen. Was kann ich tun?

Was Sie gegen die Reaktion tun können, besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt.

Bitten Sie außerdem Ihren Arzt, den Verdacht auf eine Impfkomplikation online an das Paul-Ehrlich-Institut zu melden:

Online-Meldeformular für Ärzte.

Sie können diese Meldung auch selbst in einem speziellen Formular für die Öffentlichkeit vornehmen:

Online-Meldeformular für Verbraucher.

Das Paul-Ehrlich-Institut benötigt solche Meldungen, um mögliche, sehr seltene Nebenwirkungen erkennen und ggfls. reagieren zu können.

Ich möchte verreisen. Welche Impfungen benötige ich?

Bitte wenden Sie sich an die Anbieter reisemedizinischer Beratungen:

Das Paul-Ehrlich-Institut ist keine klinische Einrichtung und bietet keine allgemeine Impfberatung und keine Reiseimpfberatung an.

Wie sicher sind Impfstoffe?

Bevor ein Impfstoff auf den Markt kommt, muss er ein umfassendes Zulassungs­verfahren durchlaufen, entweder in Deutschland (nationale Zulassung) oder bei der Europäischen Arzneimittelagentur EMA (zentrale Zulassung durch die EU-Kommission).

Dabei werden Qualität, Wirksamkeit und Sicherheit der Impfstoffe gründlich untersucht und bewertet. Eine positive Nutzen-Risiko-Bewertung ist Voraussetzung, dass ein Impfstoff zugelassen wird.

Auch danach wird der Impfstoff regelmäßig staatlich geprüft. Bevor eine neu produzierte Impfstoffcharge in Deutschland auf den Markt kommen darf, muss eine Chargenfreigabe durch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) nach seiner unabhängigen Chargenprüfung freigeben worden sein.

Meist gehört dazu auch eine experimentelle Prüfung im Labor. Das Paul-Ehrlich-Institut gehört zu den "Offiziellen Medizinischen Kontrolllaboren" (Official Medicines Control Laboratory, OMCL), die das in Europa übernehmen.

Wichtige Publikationen:

Kann es sein, dass das Unternehmen Changchun Changsheng Impfstoffe nach Deutschland exportiert hat?

Nein. Alle Impfstoffe, die in Deutschland verkehrsfähig sind, haben entweder eine nationale Zulassung vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) oder eine so genannte zentrale Zulassung von der EU-Kommission, die nach einem Verfahren bei der Europäischen Arzneimittelagentur EMA erteilt wurde und in allen EU-Mitgliedstaaten (sowie Norwegen und Island) gültig ist. Das chinesische Unternehmen Changchun Changsheng hat weder eine nationale noch eine EU-weite Zulassung für Impfstoffe.

Die in Deutschland zugelassenen Impfstoffe sind:

CholeraHIB (Haemophilus Influenzae Typ B)Meningo­kokkenPoliomyelitis (Kinder­lähmung)Varizellen (Wind­pocken)
DiphtherieHepatitis AMilzbrandRötelnKombinations- impfstoffe
FSMEHepatitis BMumpsRotavirus-Infektionen
Gebärmutter-
halskrebs (HPV)
Influenza (Grippe)Pertussis (Keuchhusten)Tetanus
GelbfieberJapanische EnzephalitisPneumo­kokkenTollwut
Gürtelrose (Herpes zoster)MasernPockenTyphus

Besteht die Möglichkeit, dass Zulassungsinhaber, die Impfstoffe in Deutschland auf den Markt bringen, Herstellungsstätten in China haben?

Nein. Keiner der Zulassungsinhaber hat eine Herstellungsstätte in China oder bezieht von dort Antigenkomponenten für die in Deutschland und der EU zugelassenen Impfstoffe.

Wie kann ich sicher sein, dass der Impfstoff, den ich bekomme, eine wirksame Komponente enthält?

Impfstoffe unterliegen der staatlichen Chargenprüfungspflicht. Nach der In-house-Kontrolle beim Hersteller untersucht auch das PEI oder ein anerkanntes amtliches Untersuchungslabor zur Untersuchung und unabhängigen Qualitätskontrolle von Arzneimitteln aus einem anderen europäischen Staat Prüfmuster der Impfstoffchargen experimentell. Das PEI würde Impfstoffe ohne Antigenkomponente, d.h. ohne Wirkstoff (wie beispielsweise die chinesischen Tollwut-Impfstoffe, über die die Medien berichten), dabei entdecken. Patientinnen und Patienten in Deutschland und der EU können sich darauf verlassen, dass die in Deutschland und der EU verabreichten Impfstoffe wirksam und sicher sind.

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