Paul-Ehrlich-Institut

Men­schen im PEI

Anspruchsvolle Aufgaben in dem Zukunftssektor Lebenswissenschaften, Arbeiten in einem internationalen Umfeld, gute Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf - das sind Aspekte, die eine Tätigkeit am Paul-Ehrlich-Institut auszeichnen. Am besten können das unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selbst beschreiben. Sie berichten im Interview über ihre Aufgaben und ihren Karriereweg.

Linda Füllert, 23, Personalsachbearbeiterin

Linda Füllert (Quelle: M.Reiss/Paul-Ehrlich-Institut)

Warum haben Sie sich für eine Ausbildung am Paul-Ehrlich-Institut entschieden?

Aufmerksam bin ich während meiner Ausbildungssuche auf das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) geworden, weil es eine der wenigen Bundesoberbehörden im Rhein-Main-Gebiet ist und ein hohes Ansehen im Gesundheitssektor genießt. Für mich waren und sind eine hohe Flexibilität bei den Ar-beitszeiten und zugleich ein hohes Maß an Arbeitsplatzsicherheit sehr attraktiv – alles Vorteile, die das Paul-Ehrlich-Institut als Arbeitgeber im öffentlichen Dienst zu bieten hat. Zudem bietet mir eine Beschäftigung im PEI alle Vorteile des öffentlichen Dienstes. Ich kann meine Arbeitszeiten sehr flexibel gestalten, so lassen sich für mich Job und Freizeit perfekt miteinander verbinden. Das schätze ich sehr.

Wie sah ihr Einstieg ins Berufsleben aus?

Nach meinem Abitur habe ich zunächst ein Freiwilliges Soziales Jahr an einer Grundschule absolviert und begann dann 2016 die Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement im PEI. Während meiner Ausbildungszeit habe ich die verschiedenen Bereiche in der Verwaltung durchlaufen und mich dann schließlich – nach Abschluss meiner verkürzten, zweieinhalbjährigen Ausbildungszeit in 2019 – für das Personalwesen entschieden.

Ich stehe noch ganz am Anfang meiner Karriere und daher ist mir sehr wichtig, dass ich mich kontinuierlich weiterbilden und weiterentwickeln kann. Im Paul-Ehrlich-Institut bin ich von Anfang an, schon während meiner Ausbildung, gefördert worden, zum Beispiel durch die Teilnahme an einem Seminar zu den Grundlagen des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst. Seitdem habe ich eine ganze Reihe weiterer, fachbezogener Seminare absolviert. Das hat mir den Übergang ins feste Berufsleben sehr einfach gemacht und ist zudem sehr motivierend.

Was gefällt Ihnen besonders an Ihrer Arbeit im Paul-Ehrlich-Institut?

Im Personalreferat bin ich täglich mit vielfältigen und verantwortungsvollen Aufgaben betraut, die ich mir selbständig strukturieren und einteilen kann. Als Ansprechpartnerin in Personalfragen bin ich zuständig für sämtliche Personalbelange der Kolleginnen und Kollegen aus zwei Abteilungen und verantworte den reibungslosen Ablauf der mir zugeordneten Personalprozesse. Meine konkreten Aufgaben sind Personalmaßnahmen wie Neueinstellungen, die Ausstellung von Arbeitsbescheinigungen, die Bearbeitung von Arbeitszeitänderungen, Austritten und vieles mehr – eben alles rund um das Thema Arbeitsverhältnis.

Dr. Benjamin Hofner, 38, Leitung Fachgebiet Biostatistik

Statistiker haben beste Berufsaussichten in vielen Branchen – was hat Sie dazu bewegt, Ihr Wissen in der Biomedizin einzubringen?

Als Statistiker lernt man im Studium, Probleme unterschiedlichster Art statistisch-mathematisch zu beschreiben und so zu ihrer Lösung beizutragen. Mein Interesse für Biostatistik habe ich bereits im zweiten Semester entdeckt und mich seither in diesem Fachgebiet spezialisiert. Zu den Lebenswissenschaften bin ich ganz gezielt gekommen, weil statistische Aufgabenstellungen hier eine besondere Relevanz haben. Die medizinische Forschung ist in besonderem Maße auf statistische Expertise angewiesen, z.B. zur Planung, Durchführung und Auswertung von klinischen Studien in der Arzneimittelentwicklung. Diese haben das Ziel, die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit eines Arzneimittels nachzuweisen, und dienen uns als Voraussetzung für eine Zulassung. Meine Aufgabe als Statistiker beim PEI ist es, die Vorgehensweisen der Arzneimittelentwicklung mathematisch abzubilden, sie permanent zu überdenken und forschende Pharmaunternehmen zu beraten. Die Forschung an biomedizinischen Arzneimitteln ist geprägt von außerordentlich komplexen Fragestellungen, daher kommen außergewöhnliche Studienkonzepte und komplexe statistische Verfahren dort immer stärker zum Einsatz. Medizinischer Fortschritt braucht in manchen Bereichen neue, adaptive Studiendesigns, denn sie ermöglichen einen schnelleren Transfer von der Forschung in die Klinik.

Was gefällt Ihnen an Ihrem Job als Biostatistiker am PEI besonders?

Nach meiner letzten Station als PostDoc an der medizinischen Fakultät der Universität Erlangen-Nürnberg habe ich eine neue Herausforderung mit noch größerem Praxisbezug gesucht und bin im April 2016 ans PEI gekommen.

In meiner Funktion arbeite ich mit vielen Abteilungen hier im Hause zusammen und bekomme dadurch ein tiefes Verständnis für die Entwicklung verschiedenster Arzneimittel – von Impfstoffen über Antikörper bis hin zu Blutprodukten. Durch die Beratung der forschenden Pharmaunternehmen erlebe ich hautnah die Entwicklungen und Trends auf dem Markt der biomedizinischen Arzneimittel mit. Beratung und Zulassung stellen einen dabei quasi jeden Tag vor neue fachliche Herausforderungen und komplexe Entscheidungen, bei denen es genau abzuwägen gilt. Es macht mir einfach Spaß, mich in einem internationalen, eng vernetzten Umfeld des Gesundheitssystems zu bewegen. Ich bringe mich als Experte bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) ein und tausche mich dort mit Fachleuten aus dem Bereich der Biostatistik aber auch anderen Experten aus anderen Arzneimittelbehörden in Europa aus.

Als frisch gebackener Vater schätze ich außerdem die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sehr. Dank der flexiblen Arbeitszeitregelung kann ich so an einzelnen Tagen von zu Hause arbeiten und bin außerdem nicht an feste Präsenzzeiten gebunden.

Wie kann man sich Ihre Tätigkeit im PEI vorstellen?

Einen Statistiker stellt man sich ja als absoluten Schreibtischtäter vor - doch das Gegenteil ist der Fall: Ich bin an vielen Gesprächen beteiligt und nehme gemeinsam mit dem Innovationsbüro an wissenschaftlichen Beratungen teil. Deswegen ist es extrem wichtig, interdisziplinär arbeiten und kommunizieren zu können. Die Tätigkeit am PEI heißt für mich auch vor allem "Training on the Job". Denn wir sind bei einem breiten Portfolio von Aufgaben im Einsatz – sowohl bei der Arzneimittelzulassung als auch in der Forschung: von der Bewertung von Zulassungsunterlagen, Unterstützung der Methodenvalidierung für Chargenprüfungen über die Planung und Auswertung von Versuchen zu Forschungszwecken. Da wir ein vergleichsweise kleines Team an Biostatistikern sind, muss ich mich bei statistischen Bewertungen immer wieder in neue statistische Methoden und neue Arzneimittelgruppen für unterschiedliche Indikationen einarbeiten. Um fachlich auf dem Laufenden zu bleiben, beteiligt sich unser Team auch an nationalen und internationalen Forschungsvorhaben zur Weiterentwicklung und dem besseren Verständnis von statistischen Methoden und Studiendesigns. Mir gefallen die abwechslungsreichen Themen und Einsatzgebiete, denn so komme ich mit Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Fachgebieten zusammen. Für meine Arbeit im Fachgebiet Biostatistik am PEI ist Teamplaying eine Grundvoraussetzung.

Katharina Koch, 26, Online-PR-Managerin

Der Einsatz von Social Media und neuen digitalen Kommunikationsformaten ist insbesondere in Bundesinstituten noch nicht sehr lange verbreitet. Was hat Sie dazu bewegt, am PEI tätig zu werden?

Die Social-Media-Kommunikation am PEI von Anfang an aktiv mitzugestalten, war definitiv einer der Gründe, warum ich mich im Herbst 2018 für diese Stelle entschieden habe. Kanäle zu eröffnen, neue Content-Formate auszuprobieren und zu verfolgen, welche Themen bei den Followern gut ankommen, ist eine reizvolle Aufgabe und andauernde Herausforderung.

Während meines Politikwissenschaftsstudiums hatte ich mich bereits damit befasst, wie Social-Media-Kommunikation in der Politik eingesetzt wird und welche Wirkung sie haben kann. Insbesondere der Einsatz von Twitter im US-Wahlkampf war damals ein großes Thema. Das hat auch mein Interesse geweckt, in einem politiknahen Umfeld tätig zu werden. Mittlerweile sind die Sozialen Medien auch aus der Öffentlichkeitsarbeit einer Bundesoberbehörde wie dem PEI gar nicht mehr wegzudenken. Sie bieten ein großes Potenzial, der Öffentlichkeit Einblicke in die Aufgaben und Arbeitswelten des PEI zu geben, von denen man sonst meist nicht so viel erfährt.

Was gefällt Ihnen besonders an Ihrer Arbeit am PEI?

Die Gestaltungsmöglichkeiten, die sich hier bieten, sind für mich ein großer Motivationsfaktor. Ich kann kreativ neue Inhalte erarbeiten, zum Beispiel neue Videoformate ausprobieren – das macht mir großen Spaß und meine Tätigkeit sehr abwechslungsreich.

Besonders gefällt mir die offene Arbeitskultur im PEI. Hier gibt es etablierte Strukturen, um sein Wissen institutsweit zu teilen. Zum Beispiel finden regelmäßig interne Seminare statt, bei der jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter die Möglichkeit hat, seinen Arbeitsbereich zu präsentieren und anschließend im Plenum konstruktiv zu diskutieren und Fragen zu beantworten. Diese Möglichkeit habe ich genutzt und konnte auch Kolleginnen und Kollegen aus öffentlichkeitsarbeitsfernen Bereichen Einblicke in meine Arbeit geben. Dieser Austausch war sehr bereichernd, bei dem ich viel dazugelernt habe.

Wie kann man sich Ihre Aufgaben am PEI vorstellen?

In der ersten Zeit war meine Arbeit primär von der Vorbereitung auf den Social-Media-Start geprägt. Dazu gehörte zum Beispiel, eine Social-Media-Strategie zu entwickeln, die ich kontinuierlich weiterentwickle. Ein weiterer entscheidender Aspekt war dann die Eingliederung in die bereits bestehenden Kommunikationskanäle – hier ist vor allem die Verzahnung mit der PEI-Website wichtig. Wir setzen Social-Media-Kommunikation gezielt ein, um die wichtigen Aufgaben des PEI im Bereich Public Health, Arzneimittelentwicklung und -sicherheit in der Öffentlichkeit effektiver zu vermitteln. Das bedeutet für mich, Inhalte aus den verschiedenen Themenfeldern des PEI zu erarbeiten, für die sozialen Netzwerke aufzubereiten und zu verbreiten.

Die Inhalte aus dem Bereich der Biomedizin sind oftmals sehr komplex. Eine enge Abstimmung mit meinen Kolleginnen und Kollegen aus dem Redaktionsteam und den Expertinnen und Experten aus den Fachgebieten ist dabei wesentlich. Wir versuchen, über die Sozialen Netzwerke Interesse für unsere Themen zu wecken und auf der Website vertiefende Informationen anzubieten. Das gelingt dann gut, wenn wir einen Mix aus unterschiedlichen Formaten wie animierten Infografiken, Videos oder Erklärfilmen bilden.

Martina Koser, 55, Biologielaborantin in der Abteilung Virologie

Warum haben sie sich dafür entschieden, am Paul-Ehrlich-Institut tätig zu werden?

Nach meinem Abitur suchte ich eine naturwissenschaftlich geprägte, duale Ausbildung mit guten Zukunftsperspektiven. Eine Ausbildung im PEI, für das zu dem Zeitpunkt gerade ein Neubau in Langen errichtet wurde, erfüllte für mich all diese Kriterien. So absolvierte ich von 1984 bis 1987 eine duale Ausbildung zur Biologielaborantin, ein Ausbildungsangebot des PEI in Kooperation mit der Höchst AG (heute Sanofi Pasteur), das ich mit verkürzter Zeitdauer abschließen konnte. Nach meiner Festanstellung erwartete mich ein innovativer Job, zugleich krisensicher und tarifgebunden bezahlt. Durch meine Entscheidung für das PEI übernahm ich außerdem eine sinnvolle, für die Gesellschaft wichtige Tätigkeit. Das PEI genoss schon zu Frankfurter Zeiten ein gesellschaftlich hohes Ansehen. Für mich war es außerdem wichtig zu wissen, dass sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Personalrat einbringen können. Besonders positiv war auch für mich die Möglichkeit, zeitlich sehr flexibel arbeiten zu können. Das Angebot von verschiedenen Arbeitszeitmodellen bestätigte mich bei meiner Entscheidung für das PEI.

Was gefällt ihnen besonders an ihrer Arbeit am PEI?

Auch nach vielen Jahren im PEI gefällt mir mein Tätigkeitsbereich immer noch sehr gut. Ich durfte mich hier kontinuierlich weiterentwickeln, habe neue Schwerpunkte und neue Herausforderungen bekommen, die sich auch gut mit meinen familiären Aufgaben verbinden lassen. Eigenständig im Labor oder im Team zu arbeiten bereitet mir große Freude. Ich schätze es sehr, eigenverantwortlich Versuche zu planen und durchzuführen, aber auch meinen Tagesablauf selbstständig organisieren zu können. Mein Kollegenkreis ist sehr verständnisvoll und Vorgesetzte haben eigentlich immer ein offenes Ohr bei Problemen oder Fragen. Das ist für mich eine hohe Wertschätzung und fördert ganz sicher auch das gute Betriebsklima. In Teilzeit decke ich drei komplett verschiedene und zugleich anspruchsvolle Arbeitsbereiche ab. Das macht für mich die Arbeit außerordentlich reizvoll.

Wie kann man sich ihre Aufgaben vorstellen?

Ich bin in der Abteilung Virologie im Fachgebiet virale Impfstoffe tätig. Zu unseren Aufgaben gehören unter anderem die europäische und nationale Zulassung sowie die Chargenprüfung von viralen Impfstoffen, beispielsweise gegen HPV oder Rotaviren. Der praktische Teil meiner Arbeit umfasst die experimentelle Prüfung von Impfstoffen für die Chargenfreigabe. Das beinhaltet die Vor- und Nachbereitung der Versuche mit anschließender Auswertung und Dokumentation sowie die Entwicklung und Anwendung neuer Prüfverfahren.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Erstellung der Chargenbescheide und Zertifikate für die Arzneimittelhersteller und die Dokumentation. Des Weiteren bin ich mit der Organisation und Überwachung der Prüfmittel vertraut. Das heißt, ich kontrolliere die Temperatur und Funktion der Geräte und pflege die Datenbanken. Unser Tätigkeitsbereich arbeitet streng nach festgelegten Qualitätsrichtlinien und setzt dafür ein sorgfältiges und genaues Arbeiten voraus. In diesem Bereich bringe ich nun schon einige Jahre Erfahrung mit und kümmere mich daher auch um die Durchführung von Schulungen und die Organisation der Schulungspläne. Auch bei den jährlichen Reviews des Fachgebiets bin ich involviert.

Zusätzlich fällt die Betreuung der Auszubildenden und Praktikanten in meinen Tätigkeitsbereich. Es bereitet mir sehr viel Freude, mein Wissen weiterzugeben und mit unseren Nachwuchsmitarbeiterinnen und Nachwuchsmitarbeitern zu arbeiten. Durch den medizinischen Fortschritt und Entwicklungen in der Forschung verändern sich meine Tätigkeitsfelder kontinuierlich und es kommen immer neue spannende Herausforderungen und Aufgaben hinzu.

Dr. Susanne Müller, 60, stellvertretende Leitung des Referats Pharmakovigilanz 2 und klinische Assessorin

Susanne Müller (Quelle: B.Morgenroth/Paul-Ehrlich-Institut)

Wie sah ihr Berufsleben vor dem PEI aus?

Vor meiner Tätigkeit am PEI habe ich bereits sehr umfangreiche medizinische und später auch regulatorische Erfahrung sammeln können. Ich war lange Zeit als Fachärztin für Anästhesie, Intensiv-, Schmerz- und Notfallmedizin in verschiedenen Krankenhäusern der Maximalversorgung und Universitätskliniken tätig. Danach führte mich mein Weg zunächst zu Clinical Research Organisation (CRO), wo ich im Bereich Arzneimittelsicherheit in leitender Position tätig war und im Auftrag von verschiedenen Pharmafirmen gearbeitet habe. Als Projektleiterin war ich auch für den wirtschaftlichen Erfolg meiner Projekte verantwortlich.

Was hat Sie dazu bewegt, zum Paul-Ehrlich-Institut zu wechseln?

Ich war neugierig. Ich hatte als Ärztin klinische Erfahrungen im Krankenhaus gesammelt, hatte dann einen Einblick in die Pharmaindustrie erhalten und wollte nun wissen, wie eine Oberbehörde zu wichtigen Bewertungen und Entscheidungen kommt. In meiner Tätigkeit als klinische Assessorin am PEI kann ich meine medizinische und regulatorische Erfahrung optimal miteinander verbinden. Hier kann ich aktiv darauf Einfluss nehmen, Arzneimittel noch sicherer zu machen, sowohl auf europäischer als auch auf nationaler Ebene. Die praktische Erfahrung als Fachärztin bietet mir dazu das notwendige Fundament und hilft mir bei meiner regulatorischen Arbeit ungemein weiter. Zunächst in der Klinik zu arbeiten und dort klinische Erfahrung zu erwerben und dann später in die Regulation zu wechseln, kann ich nur empfehlen, da die praktische Erfahrung in der klinischen Behandlung von Patientinnen und Patienten eine wichtige Voraussetzung für effektive und gleichzeitig verhältnismäßige regulatorischer Maßnahmen ist. Quereinsteiger, die aus der Medizin in die Regulation wechseln wollen, sind am PEI daher auch sehr willkommen und ihr fachlicher Input hochgeschätzt.

Insgesamt ist das PEI aber auch für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Bereich der Lebenswissenschaften ein sehr interessanter und abwechslungsreicher Arbeitgeber. Vor allem die zumeist gentechnisch hergestellten, sogenannten Arzneimittel für neuartige Therapien (ATMP) sind sowohl ein spannendes Forschungsgebiet für alle, die sich für Biologie, Biotechnologie oder Arzneimittelentwicklung interessieren, als auch eine Herausforderung für die Regulation. Denn die Entwicklungen auf diesem Gebiet lassen auf neue Therapeutika für schwere Krankheiten wie beispielsweise Krebs oder seltene genetische Störungen hoffen, für die es bislang keine ausreichende Therapien gibt. Diese Arzneimittel werden zentral in allen EU-Mitgliedstaaten zugelassen, so dass regulatorische Aktivitäten hier EU-weit geplant werden müssen. Da die Zuständigkeit für die Zulassung und Überwachung der ATMP in Deutschland beim PEI liegt, sind meine Kolleginnen und Kollegen und ich sehr nahe an den neuen Entwicklungen in der Medizin.

Nicht zuletzt macht es mir auch viel Spaß, permanent neuen Herausforderungen zu begegnen, sei es im Bereich Arbeitsorganisation, wie z. B. hinsichtlich der Nutzung neuer Datenbanken und anderer Informationstechnologien, oder bei der Bewertung neuer Wirkprinzipien und Forschungsansätze oder eben bei der Organisation neuer Arbeitsabläufe kennenzulernen. Diese sind in der Klinik natürlich vollkommen anders als in einem regulatorisch arbeitenden Bundesinstitut. Ich habe in meinem bisherigen Berufsleben sehr unterschiedliche Arbeitswelten erleben dürfen, die jeweils auf eigene Weise spannend und herausfordernd sind. Und keine davon möchte ich missen.

Wie kann man sich ihre aktuelle Tätigkeit im PEI vorstellen?

Durch meinen Wechsel aus der Klinik in die Arzneimittelsicherheit und Regulation habe ich zwar OP, Intensivstation und die direkte Arbeit an Patientinnen und Patienten gegen eine Schreibtischtätigkeit eingetauscht, diese ist aber ebenso abwechslungsreich und herausfordernd.

Meine Aufgaben an einem typischen Arbeitstag sind sehr vielfältig und reichen dabei von der Bewertung der Meldungen zu Verdachtsfällen von Nebenwirkungen, bei denen ein breites medizinisches Wissen erforderlich ist, der Bewertung des Sicherheitsprofils von Arzneimitteln, über die Beurteilung von Studienprotokollen zur Untersuchung der Arzneimittel in nicht-interventionellen Studien nach der Zulassung, um mögliche Risikosignale und/oder Langzeiteffekte zu untersuchen, bis hin zu der Anordnung von Maßnahmen zur Sicherheit von Blutspenden. Nicht selten rufen uns im PEI medizinisches Fachpersonal oder Patientinnen und Patienten an, die Fragen zur sicheren Anwendung von Arzneimitteln haben. Um die relevanten Sicherheitsaspekte eines Arzneimittels bewerten zu können, muss ich mich fachlich oft sehr tief mit den Krankheitsbildern und den Wirkmechanismen der Arzneimittel auseinandersetzen. Daher nimmt die Vorbereitung der für die Zulassung relevanten Sicherheitsaspekte neuer ATMP bzw. allgemein neuer Arzneimittelzulassungen, während des Zulassungsprozesses und danach, derzeit den größten Teil meiner Zeit in Anspruch. Hier arbeite ich eng mit Kolleginnen und Kollegen anderer europäischer Arzneimittelbehörden, der Europäischen Arzneimittelagentur und in den Fachgebieten am PEI zusammen.

Aktualisiert: 07.02.2020