Paul-Ehrlich-Institut

Welche Impfreaktionen können nach der Impfung mit den zugelassenen COVID-19-Impfstoffen auftreten?

Nach der Impfung mit den zugelassenen COVID-19-Impfstoffen kann es als Ausdruck der Auseinandersetzung des Körpers mit dem Impfstoff zu Lokal- und Allgemeinreaktionen kommen. Diese Reaktionen treten meist innerhalb von zwei Tagen nach der Impfung auf und halten selten länger als einen bis zwei Tage an. Aufgrund unterschiedlicher Studiendesigns ist ein direkter Vergleich der in klinischen Prüfungen ermittelten Häufigkeiten von Reaktionen nur schwer möglich ist. Daher werden die Beobachtungen für alle zugelassenen Impfstoffe getrennt dargestellt.

In den klinischen Studien zur Zulassung von Comirnaty wurden bei den Geimpften (> 16 Jahre) sehr häufig Schmerzen an der Einstichstelle (> 80 % der Geimpften), Abgeschlagenheit (> 60 %), Kopfschmerzen (> 50 %), Muskelschmerzen und Frösteln (> 30 %), Gelenkschmerzen (> 20 %), Schwellungen an der Injektionsstelle und Fieber (> 10 %) beobachtet. Erbrechen trat häufig auf (> 1 %), Lymphknotenschwellungen gelegentlich (weniger als 1 %).

Bei COVID-19 Vaccine Moderna waren die am häufigsten berichteten Impfreaktionen bei den Geimpften (> 18 Jahre) Schmerzen an der Einstichstelle (mehr als 90%), Abgeschlagenheit (70 %), Kopf- und Muskelschmerzen (mehr als 60%), Gelenkschmerzen und Schüttelfrost (mehr als 40%), Übelkeit oder Erbrechen (mehr als 20%), Lymphknotenschwellung in der Achselhöhle, Fieber, Schwellung und Rötung an der Einstichstelle (jeweils mehr als 10%). Häufig (zwischen 1% und 10%) wurde über allgemeinen Ausschlag sowie Ausschlag und Nesselsucht an der Einstichstelle berichtet. Gelegentlich (zwischen 0,1% und 1%) trat Juckreiz an der Einstichstelle auf.

Bei COVID-19 Vaccine AstraZeneca waren die am häufigsten berichteten Impfreaktionen bei den Geimpften (> 18 Jahre) Druckempfindlichkeit an der Injektionsstelle (> 60 %), Schmerzen an der Injektionsstelle, Kopfschmerzen und Ermüdung (> 50%), Muskelschmerzen und Krankheitsgefühl (>40%), Fiebrigkeitsgefühl und Schüttelfrost (>30%), Gelenkschmerzen und Übelkeit (>20%). Häufig (zwischen 1% und 10%) traten Fieber > 38°C, Schwellung und Rötung an der Einstichstelle, Übelkeit und Erbrechen auf. Gelegentlich (zwischen 0,1% und 1%) wurde über Lymphknotenschwellung, Juckreiz oder Hautausschlag berichtet.

Bei allen zugelassenen Impfstoffen waren die meisten Reaktionen bei älteren Personen etwas seltener als bei jüngeren Personen zu beobachten. Die Impfreaktionen waren zumeist mild oder mäßig ausgeprägt. Bei den COVID-19-mRNA-Impfstoffen traten sie nach der zweiten Impfung etwas häufiger auf. Im Gegensatz dazu sind in den klinischen Studien zum COVID-19-Impfstoff von AstraZeneca die nach der zweiten Dosis berichteten Nebenwirkungen (v.a. Fieber, Krankheitsgefühl, Schüttelfrost) im Vergleich zur ersten Dosis deutlich milder und weniger häufig.

In den umfangreichen klinischen Prüfungen vor der Zulassung wurden nach Gabe von Comirnaty 4 Fälle sowie nach Gabe von COVID-19 Vaccine Moderna 3 Fälle (gegenüber 1 Fall in der Kontrollgruppe der Ungeimpften) von akuter Gesichtslähmung (Bell-Parese) beobachtet (entspricht einer Häufigkeit zwischen 0,1% und 0,01%). Ob das im ursächlichen Zusammenhang mit der Impfung steht, wird jeweils weiter untersucht. Die Bell Parese bildet sich für gewöhnlich bei 85 Prozent der betroffenen Patienten wieder vollständig zurück.

Einzelne Fälle von schweren Überempfindlichkeitsreaktionen (Anaphylaxien) nach Impfung mit Comirnaty und COVID-19 Vaccine Moderna sind kurz nach der Zulassung berichtet worden. In den klinischen Prüfungen gab es keinen Fall einer Anaphylaxie.

Die impfenden Ärztinnen und Ärzte sollen vorsorglich für eventuelle Notfallmaßnahmen gerüstet sein. Es wird empfohlen, Impflinge nach Impfung mindestens 15 Minuten zu überwachen.

Aktualisiert: 24.02.2021