Paul-Ehrlich-Institut

Kann ein COVID-19-Impfstoff Schutz bieten, wenn das SARS-CoV-2-Virus mutiert?

Die Mutation von Viren ist ein natürlicher Vorgang, bei dem sich das genetische Material des Virus verändert. Dies geschieht bei verschiedenen Viren mit unterschiedlicher Geschwindigkeit. Wenn ein Virus mutiert, heißt dies nicht automatisch, dass die genetische Veränderung die Wirksamkeit des Impfstoffs beeinflusst.

So bieten Impfstoffe gegen Viruserkrankungen beispielsweise gegen Masern oder Röteln auch noch Jahrzehnte nach ihrer Entwicklung einen wirksamen und langanhaltenden Schutz vor den Erregern. Bei anderen Erkrankungen wie der Grippe hingegen ändern sich die Virusstämme oft und in einem solchen Ausmaß, dass die Zusammensetzung der Impfstoffprodukte jährlich aktualisiert werden muss, damit er wirksam ist (jährliche Stammanpassung). Zudem bieten neue Impfstoffplattformen wie die mRNA-Impfstoffe den Vorteil, dass sie schnell an Mutationen angepasst werden können.

Die nationalen Arzneimittelbehörden wie das Paul-Ehrlich-Institut, die Europäische Arzneimittelagentur EMA und die internationale Wissenschaftsgemeinschaft gehen auch der Frage nach, ob Virusvarianten die Wirksamkeit von COVID-19-Impfstoffen beeinflussen. Nach aktuellem Stand der Wissenschaft ist davon auszugehen, dass die bisher beobachteten Virusmutationen keine Auswirkungen auf die Wirksamkeit der COVID-19-Impfstoffe haben. mRNA-Impfstoffplattformen bieten insbesondere den Vorteil, dass sie schnell an Mutationen angepasst werden können.
Vorteilhaft ist außerdem, dass das als potenziell schützende Antigen identifizierte Spike-Protein, mit dem das SARS-CoV-2-Virus an die Wirtszelle andockt, schon zwischen den verschiedenen Coronavirus-Varianten sehr ähnlich ist und daher die Impfstoffentwicklung erleichtert hat.

Zudem ist davon auszugehen, dass es keine weitreichenden Veränderungen in diesem Bereich geben wird, weil das auch die Fähigkeit des Virus beeinflussen könnte, in die Zielzelle einzudringen.

Aktualisiert: 23.11.2020